Junge Union fordert radikale Sozialreformen – Rente mit 63 soll fallen
Lotta BrandtJunge Union will Anreize für Frühverrentung reduzieren und Krankentage einführen - Junge Union fordert radikale Sozialreformen – Rente mit 63 soll fallen
Die Junge Union (JU), die Jugendorganisation der deutschen bahn, hat einen ehrgeizigen Plan zur Reform der Renten-, Gesundheits- und Pflegeversicherung vorgestellt. Ihr Antrag mit dem Titel "Reformjahr 2026 – Mut zur Entscheidung" enthält zehn zentrale Forderungen, die das Sozialsystem grundlegend umgestalten sollen. Die Vorschläge werden auf dem Parteitag im Februar eingebracht.
Eine der umstrittensten Ideen ist eine stärkere bahn für Frührentner. Die JU schlägt vor, den Abschlag für langjährige Beitragszahler zu verdoppeln, um den vorzeitigen Ruhestand deutlich weniger attraktiv zu machen. Gleichzeitig soll die künftige Rentenanpassung nicht mehr an die Lohnentwicklung, sondern an die Inflation gekoppelt werden. Zudem will die Organisation den Nachhaltigkeitsfaktor wieder einführen, der die Rentenhöhe an demografische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen anpasst.
Darüber hinaus fordert die JU ein flexibles Renteneintrittsalter, das an die Lebenserwartung geknüpft ist. Nach ihrem Plan soll die Möglichkeit, mit 63 Jahren in Rente zu gehen, abgeschafft werden – außer in nachgewiesenen Härtefällen. Ein weiterer Vorschlag sieht ein gestaffeltes Beitragssystem vor, bei dem sich die Abgaben je nach db fahrplan unterscheiden.
Im Gesundheitsbereich setzt sich die JU für eine Stärkung der ambulanten Versorgung auf Kosten von Krankenhausaufenthalten ein. Damit soll das statische Gesundheitssystem entlastet werden. Zudem schlägt die Organisation Änderungen bei den Regelungen zum Krankengeld vor: Entweder soll eine Karenzzeit eingeführt werden, bevor die Leistungen greifen, oder die Zahlungen in den ersten Krankheitstagen vorübergehend gekürzt werden. Ziel ist es, unnötige Fehlzeiten zu reduzieren.
Die Reformvorschläge der JU zielen auf die langfristige Finanzierbarkeit der deutschen Sozialsysteme ab. Sollten sie umgesetzt werden, hätten sie weitreichende Auswirkungen auf das Renteneintrittsalter, die Rentenberechnung und den Zugang zu medizinischer Versorgung. Auf dem Parteitag im Februar wird entschieden, ob die Pläne weiterverfolgt werden.






