IT-Panne beim Seco: Tausende Arbeitslose warten monatelang auf ihr Geld
Miriam AlbrechtIT-Panne beim Seco: Tausende Arbeitslose warten monatelang auf ihr Geld
Tausende Arbeitslose in der Schweiz harren seit Wochen ohne Einkommen aus – verursacht durch einen schweren IT-Ausfall beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Die anhaltenden Verzögerungen bei der Auszahlung von Leistungen haben nun politische Kreise auf den Plan gerufen: Abgeordnete fordern von der Regierung Aufklärung.
Die Probleme begannen mit der Einführung eines neuen Systems zur Bearbeitung von Arbeitslosenunterstützung durch das Seco. Statt die Effizienz zu steigern, führte ein IT-Fehler zu flächendeckenden Störungen – viele Anspruchsberechtigte erhielten ihre Taggelder nicht. Kantone und Arbeitslosenkassen reagierten mit Überstunden und zusätzlichem Personal, um den Rückstau abzubauen.
Der Genfer Nationalrat Daniel Sormanni hat das Thema nun im Parlament aufgegriffen. In einer dringlichen Motion bezeichnete er die Verzögerungen als "massiv und inakzeptabel". Seine Interpellation zwingt Wirtschaftsminister Guy Parmelin, sich am 19. März vor dem Nationalrat zu äußern.
Sormannis Fragen zielen auf die Verantwortlichkeiten ab: Wer hat die Freigabe für das fehlerhafte System erteilt? Und hat die Seco-Führung bei der Kontrolle versagt? Die Regierung hat bereits zugesagt, im März vor dem Nationalrat umfassend zu den IT-Pannen Stellung zu nehmen.
Das Seco räumte ein, dass das neue System schwere Störungen verursacht habe. Zwar fließen mittlerweile wieder einige Zahlungen, doch für viele Betroffene dauern die Verzögerungen an.
Aus dem IT-Debakel ist inzwischen eine politische Angelegenheit geworden: Das Parlament pocht auf Erklärungen. Der Bundesrat muss sich im März zu den Ursachen der Verzögerungen und den ergriffenen Maßnahmen äußern. Währenddessen warten Arbeitslose weiter auf ihre Leistungen – und die Behörden kämpfen mit der Behebung der anhaltenden Probleme.






