Immer weniger Minijobber schaffen den Sprung in reguläre Beschäftigung
Paul MüllerImmer weniger Minijobber schaffen den Sprung in reguläre Beschäftigung
Weniger Minijobber steigen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um als in den Vorjahren. 2017 schafften noch über 100.000 diesen Wechsel, doch bis September 2022 ging die Zahl deutlich zurück. Experten und Politiker diskutieren nun über die Gründe für diesen Rückgang.
2017 wechselten insgesamt 102.084 Minijobber in eine reguläre, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Bis September 2022 waren es nur noch 50.831, wobei die Hochrechnung für das gesamte Jahr bei etwa 67.775 liegt. Besonders stark ist der Rückgang bei Beziehern von aufstockenden Sozialleistungen: 2017 gelang 27,1 Prozent der Übergang in eine reguläre Stelle, bis September 2022 waren es nur noch 18,6 Prozent.
Auch der Wechsel in Vollzeitstellen ist rückläufig. 2017 fanden 33.953 Minijobber eine Vollzeitbeschäftigung, doch bis September 2022 sank die Zahl auf 16.315, mit einer geschätzten Jahresgesamtzahl von 21.753.
Politiker haben sich zu dem Thema geäußert. Hülya Düber, CSU-Bundestagsabgeordnete, machte unzureichende Anreize im System für den Rückgang verantwortlich. Jan Feser von der AfD kritisierte hingegen die Bundesagentur für Arbeit, die es nicht schaffe, die Arbeitslosigkeit wirksam zu senken. Die Behörde selbst verwies auf strukturelle Schwächen am Arbeitsmarkt als Hauptgrund.
Der Rückgang der Übergänge von Minijobs in reguläre Beschäftigung spiegelt die größeren Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt wider. Da immer weniger Arbeitnehmer eine Vollzeit- oder sozialversicherungspflichtige Stelle finden, stehen Politiker und Behörden unter Druck, die zugrundeliegenden Probleme anzugehen. Der Trend deutet darauf hin, dass stärkere Anreize oder Reformen notwendig sind, um die Entwicklung umzukehren.






