25 May 2026, 02:08

Holzingers radikale Pfingstperformance zwischen Gewalt und feministischem Protest

Florentina Holzingers 'Pfingstspiel' mit Friedenstauben und Monster Trucks

Holzingers radikale Pfingstperformance zwischen Gewalt und feministischem Protest

Florentina Holzinger inszenierte eine provokante Pfingstperformance im Wiener Eislaufverein

Mit einer Mischung aus Spektakel und Provokation ehrte Holzinger das umstrittene Werk Hermann Nitschs, fügte jedoch ihre eigene radikale Handschrift hinzu. Das Publikum wurde anschließend nach Schloss Prinzendorf gebracht – den historischen Schauplatz von Nitschs Orgien-Mysterien-Theater – wo die Vorstellung ihren dramatischen Höhepunkt fand.

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Der Abend begann mit Holzinger und ihrem rein weiblichen Ensemble, das im Schlosshof eine parodistische Version des Letzten Abendmahls aufführte. In theatralischen Kostümen persiflierten sie Nitschs ritualisierte Ästhetik, bevor die Darstellung in immer extremere Bilder umschlug. Eine nackte Frau ließ sich anschließend von der Fassade des Intercontinental Hotels abseilen – eine Reminiszenz an Trisha Browns Performance Man Walking Down the Side of a Building aus dem Jahr 1970.

Es folgte eine Malaktion, bei der Drohnen rote Farbe über eine gekreuzigte Darstellerin sprühten – eine direkte Anspielung auf Nitschs gewalttätige Bildsprache. Später schwebten dreizehn Frauen in der Luft, ihre Körper durch Haken an Schultern und Knien aufgehängt. Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt, als ein Monstertruck ein hölzernes Panzer-Attrappe zertrümmerte – ein symbolischer Appell für Frieden.

Der Höhepunkt der Vorstellung kam mit einer Fallschirmspringerin, die in einem Taubenhelm neben dem zerstörten Panzer landete. Indem sie eine weiße Fahne aufpflanzte, bildete sie einen markanten Kontrast zum umgebenden Chaos. Den Abschluss bildete Holzinger mit ihren „Jüngerinnen“, die sanft über dem Publikum schwebten, von Seilen getragen – ein flüchtiger Moment der Stille.

Holzinger verband dabei Autos, ein Motorrad und sogar einen Fallschirmsprung zu einer Performance, die so unberechenbar wie eindringlich wirkte.

Die Produktion verschmolz Nitschs Erbe mit Holzingers feministischen Neuinterpretation. Durch den Wechsel von gewalttätigem Spektakel zu sanften Luftbildern hinterließ sie beim Publikum einen prägnanten Kontrast. Die letzten Szenen – zugleich zerstörerisch und zart – blieben als prägendstes Merkmal der Aufführung in Erinnerung.

Quelle