24 March 2026, 16:09

Hofreiter fordert radikale Wende: Grünen-Chef will Wehrpflicht und neue Bündnisstrategie

Grüne Wahlplakat mit weißer Schrift, die 'Elections Municipales Quartier de Grenelle F. Pierron-Tassin Candidat' lautet, vor einem weißen Hintergrund.

Hofreiter fordert radikale Wende: Grünen-Chef will Wehrpflicht und neue Bündnisstrategie

Anton Hofreiter, ein führender Abgeordneter der Grünen, hat weitreichende Änderungen in der Strategie seiner Partei gefordert. In einem aktuellen Interview lehnte er es ab, einfach den erfolgreichen Ansatz der Grünen in Baden-Württemberg auf Bundesebene zu übernehmen. Stattdessen plädierte er für klarere inhaltliche Positionen und eine stärkere Betonung einzelner Kandidat:innen.

Seine Äußerungen fallen mit der Veröffentlichung eines neuen Positionspapiers der Grünen zusammen, das eine modernisierte Form des Wehrdienstes vorschlägt – ein bemerkenswerter Kurswechsel angesichts der langjährigen Ablehnung der Partei gegenüber der Wehrpflicht.

Gegenüber dem Tagesspiegel argumentierte Hofreiter am Dienstag, die Grünen müssten sich von ihrer Bündnisstrategie mit der SPD lösen. Stattdessen schlug er vor, in künftigen Wahlen in direkte Konkurrenz zu anderen Parteien zu treten. Seine Anregung folgt auf Cem Özdemirs Wahlsieg in Baden-Württemberg, wo eine kandidatenzentrierte Kampagne erfolgreich war.

Hofreiter sagte zudem die Rückkehr zur Wehrpflicht voraus – begründet mit den anhaltenden Rekrutierungsproblemen der Bundeswehr. Als Alternative schlug er ein verpflichtendes soziales Jahr für alle jungen Männer und Frauen vor. Dies sei, so Hofreiter, eine gerechtere und fortschrittlichere Lösung als die klassische Wehrpflicht.

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Das aktuelle Papier der Grünen mit dem Titel "Wehrdienst modernisieren – aber richtig!" markiert eine deutliche Wende. Die Partei, einst eine klare Gegnerin des Zwangsdienstes, unterstützt nun ein modernisiertes Verteidigungsmodell, das junge Menschen nicht überlasten soll. Die Schrift kritisiert den aktuellen Ansatz der Bundesregierung als zu eng gefasst, enthält jedoch keine konkreten Pläne für ein soziales Pflichtjahr oder benennt Verantwortliche für die Neuausrichtung.

Hofreiter betonte, die Grünen müssten in Fragen wie Wehrpflicht und sozialem Dienst klarer Position beziehen. Zudem forderte er mehr Spielraum für die Spitzenkandidat:innen der Partei, um Wahlkämpfe eigenständiger gestalten zu können.

Hofreiters Vorschläge unterstreichen den Druck auf die Grünen, ihre Bundespolitik neu zu denken. Seine Forderung nach einem sozialen Pflichtjahr und einem kandidatenorientierten Ansatz spiegelt die inneren Debatten der Partei wider. Gleichzeitig deutet die veränderte Haltung zum Wehrdienst einen Bruch mit früheren Positionen an – auch wenn konkrete Umsetzungsdetails noch fehlen.

Quelle