Heilbronn ersetzt Kohle durch modernes Gaskraftwerk mit Wasserstoff-Option
Lotta BrandtHeilbronn ersetzt Kohle durch modernes Gaskraftwerk mit Wasserstoff-Option
Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG baut in Heilbronn ein neues Gaskraftwerk mit kombiniertem Gas- und Dampfturbinenprozess (GuD-Kraftwerk). Die Anlage mit dem Namen HLB 8 ersetzt das veraltete Kohlekraftwerk HLB 7, das im März 2026 seinen regulären Marktbetrieb einstellte. Das Projekt markiert einen Schritt hin zu einer klimafreundlicheren Energieerzeugung in der Region.
HLB 7, ein mit Kohle betriebenes Kraftwerk mit einer Leistung von 778 Megawatt, ging 1985 in Betrieb. Fast 40 Jahre lang versorgte es Heilbronn und Neckarsulm mit Strom und Fernwärme. In dieser Zeit erzeugte die Anlage rund 110.000 Gigawattstunden Strom. Am 1. März 2026 stellte EnBW den Block in die Netzreserve und beendete damit seine Teilnahme am Strommarkt.
Der Bau von HLB 8 begann 2024. Die neue Anlage ist effizienter und flexibler als ihr Vorgänger konzipiert. Beim Betrieb mit Erdgas werden die CO₂-Emissionen um über 50 Prozent im Vergleich zur Kohleverstromung sinken. Die kommerzielle Inbetriebnahme ist für das späte Jahr 2027, im dritten oder vierten Quartal, geplant.
Zunächst wird die Anlage mit Erdgas betrieben, ist jedoch so ausgelegt, dass sie ab Mitte der 2030er-Jahre auf klimaneutralen Wasserstoff umgestellt werden kann. Diese Umstellung entspricht der wachsenden Förderung von Wasserstofftechnologien in Deutschland. Zu den jüngsten Fördermaßnahmen zählen 54 Millionen Euro für die ITZ-H2-Zentren im Jahr 2026, ein von der EU genehmigtes Cleantech-Programm im Umfang von 3 Milliarden Euro für Elektrolyseure sowie regionale Initiativen wie das ELY-Programm Baden-Württembergs, das 2025 55 Megawatt Kapazität versteigern wird.
Mit der Inbetriebnahme von HLB 8 im Jahr 2027 wird ein altes Kohlekraftwerk durch eine sauberere Alternative ersetzt. Die Anlage ist bereits für einen späteren Wechsel zu Wasserstoff vorbereitet, was die Emissionen weiter reduzieren würde. Das Projekt spiegelt die umfassenderen Veränderungen in der deutschen Energiepolitik wider, die auf eine stärkere Investition in Wasserstoffinfrastruktur und CO₂-arme Technologien setzen.






