GTime zahlt seinem Editor 4.800 Euro – doch ist das fair in der Streaming-Branche?
Paul MüllerGTime zahlt seinem Editor 4.800 Euro – doch ist das fair in der Streaming-Branche?
Deutscher Twitch-Streamer GTime erlebt gerade einen Popularitätsschub – und hinter seinem Erfolg steht sein Editor Enno, dessen Bezahlmodell in den sozialen Medien für Diskussionen sorgt. Kritiker und Kollegen aus der Branche fragen sich: Werden Editoren in der Streaming-Szene fair entlohnt?
GTime zahlt Enno ein festes Monatsgehalt von 4.800 Euro brutto – plus die Hälfte der Einnahmen aus dem YouTube-Kanal. Der Streamer verteidigt diese Regelung und betont Ennos Leidenschaft und Engagement, statt ihn als bloße "Ressource" zu betrachten. Als der Kollege gTasty das Modell kritisierte, konterte GTime entschlossen: Menschen dürften nicht auf reine Profitinstrumente reduziert werden.
In den letzten fünf Jahren sind die Gehälter von Editoren in der deutschen Streaming- und Content-Branche gestiegen. Zwischen 2021 und 2026 kletterte das durchschnittliche Jahresbruttogehalt von 25.000–35.000 Euro auf 35.000–50.000 Euro, angetrieben durch die Nachfrage nach hochwertigen Inhalten und die Inflation. Freiberufler verdienen laut Berichten von StepStone, Kununu und Studien zur Creator Economy je nach Erfahrung und Projektgröße zwischen 30 und 60 Euro pro Stunde.
Die Debatte um faire Bezahlung ist nicht neu. Streamer Papaplatte geriet bereits in die Kritik, weil er seinen damaligen Editor unterbezahlte – und räumte den Fehler später ein. Trymacs und Max Schradin diskutierten einst über eine Gehaltsobergrenze für Editoren; Trymacs entschuldigte sich später für seine Äußerungen. Trotz dieser Kontroversen bleibt die Frage nach angemessener Vergütung – besonders bei der Bearbeitung von Reaktion Content – ungelöst.
GTimes Umgang mit Ennos Bezahlung spiegelt eine branchenweite Diskussion über die Wertschätzung kreativer Arbeit wider. Bei steigenden Löhnen und anhaltenden Streitigkeiten ringt die Streaming-Welt weiterhin um den Ausgleich zwischen fairen Löhnen und wirtschaftlicher Tragfähigkeit. Wie diese Debatten ausgehen, könnte die Zukunft der Editoren-Bezahlung prägen.






