Grevenbroichs Bürgermeister warnt vor Finanzkollaps durch hohe Kreisumlage
Miriam AlbrechtGrevenbroichs Bürgermeister warnt vor Finanzkollaps durch hohe Kreisumlage
Städte und Gemeinden im Rhein-Kreis Neuss stehen unter wachsendem Finanzdruck durch die steigende Kreisumlage – eine verpflichtende jährliche Abgabe an den Kreis. Grevenbroichs Bürgermeister Klaus Krützen fordert nun entschlossenere Maßnahmen zur Entlastung und warnt, dass die explodierenden Kosten kommunale Dienstleistungen und zukünftige Investitionen gefährden. Zu seinen Forderungen gehört ein verbindliches Sparziel im Kreishaushalt, um die Belastung der Kommunalfinanzen weiter einzudämmen.
Die Kreisumlage ist ein fester Betrag, den die Kommunen im Rhein-Kreis Neuss jährlich zur Finanzierung regionaler Aufgaben aufbringen müssen. Zwar sichert die Abgabe wichtige Kreisfunktionen, doch ihr kontinuierlicher Anstieg bringt die Städte zunehmend in Budgetnot. Für 2026 wurde der Hebesatz auf 35,87 Prozent festgesetzt – weniger als die ursprünglich prognostizierten 37,52 Prozent, aber dennoch hoch genug, um Sorgen auszulösen.
Bürgermeister Krützen verweist auf die verschärfte Lage in Grevenbroich, wo die erwarteten Gewerbesteuereinnahmen für 2026 die Kreisumlage nicht mehr vollständig decken werden. Die entstehende Lücke zwingt zu Kürzungen bei lokalen Prioritäten wie Schulen, Straßen und Sozialprogrammen. Ohne Gegensteuerung, so Krützen, drohen die Kommunen von den finanziellen Anforderungen überrollt zu werden.
Er unterstützt Vorschläge der kommunalen Spitzenverbände, wonach der Kreishaushalt ein verbindliches Sparziel von zwei Prozent vorsehen soll. Dies sei ein fairer, solidarischer Ansatz, um die Belastung der Städte zu begrenzen. Starke kommunale Selbstverwaltung, betont er, sei entscheidend für Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt und demokratische Funktionen.
Die eigenen Haushaltsprobleme des Kreises – etwa ein Defizit von 20,7 Millionen Euro im Jahr 2023, das die geplanten 4,2 Millionen deutlich überstieg – haben die Krise verschärft. Krützen pocht darauf, dass der Rhein-Kreis Neuss mehr Verantwortung übernehmen muss, um den Druck auf seine Kommunen zu verringern, bevor lokale Dienstleistungen weiter leiden.
Die Senkung des Kreisumlage-Satzes für 2026 bringt zwar etwas Entlastung, doch Krützen warnt, dass tiefgreifendere strukturelle Reformen nötig sind. Ohne verbindliche Sparvorgaben werde die finanzielle Belastung für Städte wie Grevenbroich bestehen bleiben und ihre Handlungsfähigkeit bei der Finanzierung essenzieller Leistungen einschränken. Wie der Kreis auf diese Forderungen reagiert, wird maßgeblich bestimmen, wie die Kommunen ihre Haushalte in den kommenden Jahren bewältigen können.






