Greenpeace wirft AWS vor, fragwürdige Firmen mit Cloud-Diensten zu unterstützen
Miriam AlbrechtGreenpeace wirft AWS vor, fragwürdige Firmen mit Cloud-Diensten zu unterstützen
Amazon Web Services (AWS), der weltweit größte Anbieter von Cloud-Diensten, steht in der Kritik. Eine aktuelle Untersuchung von Greenpeace wirft Fragen zu den ethischen Grundlagen des Unternehmens auf, da AWS Verbindungen zu mindestens 100 Firmen unterhält, die von Umwelt- und Rüstungsbeobachtern als problematisch eingestuft werden.
Der neu veröffentlichte Bericht mit dem Titel Amazons giftige Cloud-Dienste übt Druck auf den Konzern aus, seine Kundschaft und internen Richtlinien zu überprüfen. Besonders im Fokus stehen dabei Unternehmen, die in Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen oder Waffenhandel verwickelt sind. Greenpeace fordert AWS und ähnliche Cloud-Anbieter auf, die Zusammenarbeit mit solchen Unternehmen umgehend zu beenden. Zu den prominenten Kunden des Dienstes zählen der Fleischkonzern JBS sowie das Datenanalyseunternehmen Palantir, die beide in der Vergangenheit wegen fragwürdiger Praktiken in der Kritik standen.
Der Bericht hebt zudem hervor, dass 70 der genannten Firmen auf der Schwarzen Liste des norwegischen Staatsfonds stehen – vor allem wegen finanzieller Verstrickungen in umstrittene Geschäfte. Neben AWS werden auch die allgemeinen Geschäftspraktiken einiger Nutzer des Cloud-Dienstes scharf kritisiert.
Der Aufruf der Umweltschutzorganisation könnte weitreichende Folgen haben. Sollten sich Cloud-Anbieter gezwungen sehen, ihre Rolle bei der Unterstützung von Branchen mit fragwürdigen Bilanzen neu zu bewerten, könnte dies die gesamte Branche verändern. Mit der Veröffentlichung des Berichts gerät AWS zunehmend unter Druck, seine Partnerschaften zu hinterfragen. Die Forderung nach mehr Transparenz und ethischer Verantwortung könnte nicht nur den Marktführer, sondern auch andere Anbieter von Cloud-Diensten dazu veranlassen, ihre Kundenbeziehungen kritisch zu prüfen.
Ob und wie AWS auf die Vorwürfe reagiert, bleibt abzuwarten. Die Debatte um die Verantwortung von Tech-Konzernen bei der Auswahl ihrer Geschäftspartner hat jedoch bereits an Fahrt aufgenommen.






