GKV mit 3,5 Milliarden Überschuss – doch die Reserven bleiben prekär
Gesetzliche Krankenversicherung verzeichnet 2025 Überschuss von 3,5 Milliarden Euro – doch die Reserven bleiben unter dem Mindestniveau
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland hat im Jahr 2025 einen Überschuss von 3,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dennoch liegen die Rücklagen weiterhin unter der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestgrenze, und die finanziellen Belastungen bestehen fort. Apotheken, die maßgeblich zum Überschuss beigetragen haben, kritisieren die Bundesregierung scharf, weil ihre Forderungen ignoriert würden.
Der Überschuss 2025 resultiert aus den Bilanzen von 93 Krankenkassen, deren Einnahmen mit 355,9 Milliarden Euro die Ausgaben von 352,4 Milliarden Euro leicht überstiegen. Während die Ausgaben um 7,8 Prozent stiegen, erhöhten sich die Einnahmen nur um 5,3 Prozent. Die Rücklagen beliefen sich damit auf 5,1 Milliarden Euro – ausreichend für lediglich 0,18 Monate der laufenden Kosten und damit unter dem geforderten Puffer von 0,2 Monaten.
Der GKV-Spitzenverband, die Dachorganisation der gesetzlichen Krankenkassen, warnt, dass der Überschuss nicht ausreiche, um die Reserven vollständig aufzufüllen. Seit 2024 übersteigen die Ausgaben kontinuierlich die Einnahmen, was zu Beitragserhöhungen zwingt und das System unter Druck setzt.
Frank-Martin Welzig, Inhaber der Hils-Apotheke in Delligsen (Niedersachsen), hat die Situation öffentlich scharf verurteilt. In einem Schreiben an Gesundheitsministerin Nina Warken (parteilos) argumentierte er, dass Apotheken den Überschuss durch Rabattverträge erst ermöglicht hätten – ohne faire Gegenleistung. Den aktuellen Entwurf zur Apothekenreform, der keine Erhöhung der Festbeträge vorsieht, bezeichnete Welzig als "Schlag ins Gesicht" der gesamten Branche.
Apotheken sehen sich nun mit zusätzlichem Verwaltungsaufwand, Frust und der Aufgabe konfrontiert, Patienten die komplexen Rabattvereinbarungen erklären zu müssen. Welzig betont: Ohne die Einsparungen, die die Apotheken erbracht hätten, gäbe es überhaupt keinen Überschuss im System.
Trotz des Überschusses 2025 bleiben die langfristigen finanziellen Risiken für die gesetzliche Krankenversicherung bestehen. Die Rücklagen liegen weiterhin unter den gesetzlichen Vorgaben, und die Apotheken fordern nach wie vor eine bessere Vergütung. Die nächsten Schritte der Regierung werden entscheiden, ob das System stabilisiert werden kann – oder ob die Belastungen weiter zunehmen.






