Gil Ofarim räumt falsche Antisemitismus-Vorwürfe ein – doch die Kritik bleibt
Lotta BrandtAlle Gilogen! Warum er der falsche Gewinner wäre - Gil Ofarim räumt falsche Antisemitismus-Vorwürfe ein – doch die Kritik bleibt
Der deutsche Sänger Gil Ofarim hat vor Gericht eingeräumt, dass seine Vorwürfe wegen antisemitischer Diskriminierung in einem Leipziger Hotel im Jahr 2021 falsch waren. Der Fall hatte damals große Aufmerksamkeit erregt, nachdem er einem Mitarbeiter des Westin Leipzig vorgeworfen hatte, ihn gezwungen zu haben, seine Davidstern-Halskette zu verstecken. Jahre später hat sich der Musiker nun öffentlich entschuldigt und sich finanziell mit dem betroffenen Hoteldirektor geeinigt.
Die Kontroverse flammte kürzlich wieder auf, als Ofarim an der Reality-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! teilnahm, wo sein Verhalten weitere Kritik auslöste.
Im Oktober 2021 hatte Ofarim ein Video online gestellt, in dem er behauptete, im Westin Leipzig Opfer von Antisemitismus geworden zu sein. Er gab an, ein Hotelangestellter habe ihn aufgefordert, seine Halskette – ein Symbol seines jüdischen Glaubens – zu verbergen. Sowohl polizeiliche als auch interne Hotelermittlungen fanden jedoch keine Belege für seine Schilderung.
Zwei Jahre später, 2023, gestand Ofarim vor Gericht, dass seine Anschuldigungen unwahr waren. Er entschuldigte sich öffentlich und zahlte dem betroffenen Hoteldirektor eine nicht bekannte Summe als Wiedergutmachung. Dennoch berief er sich wiederholt auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung, um Details zum Vorfall nicht preisgeben zu müssen. Sein Anwalt stellte später klar, dass es keine solche pauschale Schweigepflicht gebe.
Sein jüngster Auftritt in der Reality-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! wurde von manchen als Chance für eine öffentliche Rehabilitierung gesehen. Stattdessen fiel auf, dass er sich scheute, frühere Kontroversen offen anzusprechen. Statt als geläuterter Mensch aufzutreten, zeigte er sich zurückhaltend und schweigsam – ein Verhalten, das Kritiker als unaufrichtig bezeichneten. Auch sein übertrieben höflicher Sprachgebrauch, etwa durch ständiges Danke, und ein aufgesetzter Ton sorgten für Spott.
Zusätzliche Skepsis entstand, als Ofarim behauptete, sich im Dschungelcamp eine Kopfverletzung zugezogen zu haben, ohne dafür klare Beweise vorzulegen. Einige Zuschauer forderten seinen Rauswurf aus der Show mit der Begründung, seine Teilnahme belohne umstrittenes Verhalten. Andere hinterfragten, warum er trotz seiner Vorgeschichte mit unbelegten Vorwürfen und öffentlichen Auseinandersetzungen – darunter Spekulationen über die Reaktion seiner Ex-Frau Verena auf seine Tanzauftritte bei Let's Dance 2017 – weiterhin Medienpräsenz genießt.
Ofarims gerichtliches Geständnis beendet zwar den rechtlichen Teil seiner Vorwürfe von 2021, doch die öffentliche Debatte darüber hält an. Sein Auftritt im Reality-TV hat die Diskussion über Verantwortung und zweite Chancen neu entfacht. Die finanzielle Einigung und die Entschuldigung beenden zwar den juristischen Streit, doch Fragen zu seiner medialen Präsenz bleiben bestehen.






