Gil Ofarim gesteht falsche Antisemitismus-Vorwürfe gegen Hotelmitarbeiter ein
Ida SchmitzGil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim gesteht falsche Antisemitismus-Vorwürfe gegen Hotelmitarbeiter ein
Im Oktober 2021 warf der Sänger Gil Ofarim einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels Antisemitismus vor. Der Musiker behauptete, der Angestellte habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Halskette zu verstecken. Die Vorwürfe lösten Empörung aus und führten zur vorläufigen Suspendierung des Mitarbeiters. Nun, nach Jahren juristischer Auseinandersetzungen, hat Ofarim vor Gericht eingeräumt, dass seine Anschuldigungen falsch waren.
Während eines jüngeren Auftritts in der Sendung Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! brach er sein Schweigen zum Fall und beharrte darauf, Beweismaterial sei manipuliert worden. Doch Gerichtsakten und Ermittlungen erzählen eine andere Geschichte.
Der Streit begann, als Ofarim öffentlich erklärte, ein Mitarbeiter des Leipzig Westin Hotels habe antisemitische Bemerkungen gemacht und ihn angewiesen, seine Kette zu verbergen. Das Hotel setzte den beschuldigten Angestellten angesichts öffentlicher Empörung und Drohungen vorläufig aus. Allerdings zeigten Überwachungsaufnahmen, die während der Ermittlungen ausgewertet wurden, dass Ofarim zum Zeitpunkt des angeblichen Vorfalls die Kette gar nicht trug.
Später behauptete Ofarim, das Video sei verfälscht worden – es fehlten entscheidende Sekunden, und ein Zeuge habe ihn mit der Kette gesehen. Sein Anwalt, Dr. Alexander Stevens, nannte die Situation "kaum zu überbietende Heuchelei". Doch im November 2023 gab Ofarim vor Gericht zu, seine Vorwürfe erfunden zu haben. Er willigte ein, dem Mitarbeiter 10.000 Euro als Entschädigung zu zahlen.
Während des gesamten Verfahrens berief sich Ofarim auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung, die ihn daran hindere, Details zu nennen. Der Anwalt des Mitarbeiters wies jedoch darauf hin, dass es eine solche Vereinbarung nie gegeben habe – lediglich eine Unterlassungserklärung, die Ofarim daran hinderte, seine Behauptungen zu wiederholen. Das Gericht bestätigte in seinem Urteil, dass es keinen antisemitischen Vorfall gegeben hatte, und die internen Ermittlungen des Hotels stützten diese Einschätzung.
Der Fall endete mit Ofarims Geständnis der Falschbezichtigung und der finanziellen Wiedergutmachung für den zu Unrecht beschuldigten Mitarbeiter. Die Suspendierung des Angestellten durch das Leipzig Westin Hotel basierte auf Vorwürfen, die sich im Laufe der Ermittlungen als haltlos herausstellten. Über weitere Maßnahmen des Hotels zur Vermeidung ähnlicher Vorfälle wurde bisher nicht berichtet.






