17 March 2026, 00:08

Gestohlener Hofbräuhaus-Krug kehrt nach 50 Jahren mit Reuebrief zurück

Alte deutsche Banknote mit einem Mann in weißem Hemd und blauem Hut, der eine Bierflasche hält, mit der Aufschrift "Bier" und einem gekrönten Wappen-Logo.

Gestohlener Hofbräuhaus-Krug kehrt nach 50 Jahren mit Reuebrief zurück

Ein gestohlener Bierkrug aus Münchens berühmten Hofbräuhaus kehrt nach einem halben Jahrhundert zurück

Ein gestohlener Bierkrug aus dem Münchner Hofbräuhaus ist nach fast 50 Jahren an seinen Ursprungsort zurückgekehrt. Ein anonymer englischsprachiger Tourist, der den Krug 1976 mitgenommen hatte, schickte das Ein-Liter-Gefäß kürzlich zusammen mit 20 Euro als verspätete Entschuldigung zurück. Solche Fälle sind zwar selten, tauchen in der historischen Bierhalle aber gelegentlich auf.

Der Tourist gab zu, den Krug 1976 während eines geselligen Abends "versehentlich" in die Tasche gleiten lassen zu haben. Jahrzehnte später schickte er ihn per Post zurück – begleitet von einem Brief und 20 Euro als Ausgleich für den Verlust. Das Hofbräuhaus bestätigte den Erhalt des Pakets, verfolgt entwendete Krüge jedoch nicht aktiv.

Solche Vorfälle ereignen sich einige Male pro Jahr. 2020 etwa gab eine Amerikanerin einen Krug nach 55 Jahren an die benachbarte Bierhalle Platzl zurück. Die meisten zurückgegebenen oder entschädigten Krüge – über 90 Prozent – werden jedoch finanziell geregelt, ohne dass ein Diebstahl nachgewiesen wird. Ein Bericht des Hofbräuhaus aus dem Jahr 2024 zeigt, dass von 1.200 Fällen zwischen 2021 und 2025 nur 87 als tatsächlich gestohlene Originale bestätigt wurden.

Die 20 Euro des Touristen kommen nun einer lokalen Hilfsorganisation zugute: Die Initiative Bunte Münchner Kindl, die bedürftige Kinder unterstützt, erhält die Spende. Das Hofbräuhaus selbst setzt zwar auf Sicherheitsmaßnahmen, um Diebstähle zu verhindern, geht aber nicht aktiv gegen lang vermisste Stücke vor.

Der zurückgegebene Krug reiht sich in eine kleine, aber stetige Serie ähnlicher Fälle ein. Während die meisten verschwundenen Krüge nie wieder auftauchen, kehren jedes Jahr einige mit Reuebekundungen zurück. Durch die Spende an die Kinderhilfe kommt die verspätete Wiedergutmachung des Touristen nun der Münchner Gemeinschaft zugute.

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