10 February 2026, 10:12

Gerichtsbegleithunde revolutionieren Zeugenvernehmungen in Deutschland

Eine Zeichnung einer Gruppe von betroffenen Menschen und einem Hund, mit dem Text "Die Freiheit des Subjekts" unten.

Statt Schweigen: Wie Hunde im Gericht helfen - Gerichtsbegleithunde revolutionieren Zeugenvernehmungen in Deutschland

Deutschland schließt erstes bundesweites Qualifizierungsprogramm für Gerichtsbegleithunde und ihre Führer ab

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Deutschland hat das erste landesweite Ausbildungsprogramm für Gerichtsbegleithunde und ihre Halter erfolgreich abgeschlossen. Die Initiative, die 2023 vom Bundesjustizministerium ins Leben gerufen wurde, soll verletzliche Zeugen und Opfer während gerichtlicher Verfahren unterstützen. Bis Anfang 2026 sind bereits rund 25 zertifizierte Hundeteams im gesamten Land im Einsatz – mit Plänen zur weiteren Ausweitung.

Das Zertifizierungsverfahren umfasst theoretische Schulungen, praktische Übungen und eine abschließende Prüfung. Nur Hunde, die auch unter Druck gelassen bleiben, qualifizieren sich, da Gerichtsverhandlungen emotional aufgeladene Situationen sein können. Die Tiere müssen selbst dann ruhig bleiben, wenn die Stimmung angespannt ist.

In der Praxis liegen die Hunde neben Zeugen oder Opfern und wirken als beruhigende Präsenz. Dadurch fällt es den Betroffenen leichter, sich zu konzentrieren und klarere Aussagen zu machen. Für Opfer sexualisierter Gewalt bieten die Tiere einen vorurteilsfreien Fixpunkt und mildern das Unbehagen bei Blickkontakt.

Die Vorteile gehen über emotionale Unterstützung hinaus: Studien zeigen, dass die Interaktion mit Hunden den Blutdruck senken, die Atmung beruhigen und ein Gefühl von Sicherheit vermitteln kann. Dies führt zu detaillierteren und zuverlässigeren Zeugenaussagen – und stärkt letztlich den Justizprozess. Baden-Württemberg setzt Gerichtsbegleithunde bereits seit Jahren ein, nicht nur in Prozessen, sondern auch in Frauenhäusern, Ermittlungen und Rehabilitationsprogrammen.

Langfristig soll das Programm auf alle Bundesländer ausgeweitet werden. Ein Tierarzt wird das Wohlbefinden jedes Hundes während seines Einsatzes überwachen, um deren Gesundheit zu gewährleisten.

Mit 25 Teams, die nun operativ tätig sind, wird das Programm in Regionen wie Nordrhein-Westfalen und Bayern weiter wachsen. Die Fähigkeit der Hunde, Stress abzubauen und die Qualität von Aussagen zu verbessern, trägt zu einer gerechteren Rechtsprechung bei. Die weitere Ausweitung hängt von kontinuierlicher Ausbildung und der sorgfältigen Auswahl geeigneter Tiere ab.