08 February 2026, 14:22

Geisterparade feiert 35 Jahre mit politischem Protest und Karnevalsflair in Köln

Eine Gruppe von Menschen, die auf einer Straße in einer Parade gehen, einige in Kostümen und mit Stöcken, mit Gebäuden, Pflanzen, einer Fahne und Fahrzeugen im Hintergrund.

Geisterparade feiert 35 Jahre mit politischem Protest und Karnevalsflair in Köln

Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit farbenfrohem Protestumzug durch Kölner Straßen

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Mit einem lebendigen Umzug durch die Kölner Straßen hat die Geisterparade ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert. Tausende beteiligten sich an der Mischung aus politischem Protest und Karnevalsstimmung – diesmal unter dem Motto der Wohnungsnot. Was 1991 als Antikriegsdemonstration begann, ist längst zu einer beliebten Tradition geworden.

An der Spitze des Zuges marschierte Erich Hermans, verkleidet als der kultige Ähzebär – eine Figur, die er seit den Anfängen verkörpert. Hermans gehörte 1993 zu den Gründern des organisierenden Vereins Ähzebär un Ko e.V. und prägte die Veranstaltung über Jahrzehnte. Das diesjährige Motto "Allerhööchste Zick för en andere Wohnungspolitik – mer können nit all em Dom schlofe" ("Höchste Zeit für eine andere Wohnungspolitik – wir können nicht alle im Dom schlafen") gab den Ton für kreative und pointierte Kostüme vor.

Teilnehmende trugen Häuser auf dem Kopf, hielten Schilder gegen Mietwucher hoch oder verwandelten sich in Geister, Hexen und Fabelwesen. Die Route führte durch Stadtteile, die besonders von der Wohnungsmisere betroffen sind, und unterstrich so die Botschaft. Anders als bei klassischen Karnevalsumzügen wurden keine Süßigkeiten geworfen – der Fokus lag auf Musik, Tanz und einem ökologischen, partizipativen Charakter.

Den Abschluss feierten die Teilnehmer:innen im Odonien, einem Kölner Kulturzentrum, wo eine Live-Band und mystische Dekorationen die Stimmung bis in die Nacht verlängerten.

Die 35. Geisterparade verband erneut Aktivismus mit Spektakel und lenkte den Blick auf lokale Wohnungsprobleme. Mit ihrer Mischung aus Protest und Kreativität bleibt die Veranstaltung ein einzigartiger Fixpunkt im Kölner Kulturkalender. Das Motto und die Route des nächsten Jahres werden voraussichtlich wieder eine drängende Herausforderung der Stadt aufgreifen.