Gefährliche Produkte bleiben monatelang auf Online-Plattformen verfügbar – trotz EU-Warnungen
Paul MüllerGefährliche Produkte bleiben monatelang auf Online-Plattformen verfügbar – trotz EU-Warnungen
Gefährliche Verbraucherprodukte tauchen weiterhin monatelang – oder sogar jahrelang – auf großen Online-Shopping-Plattformen auf, obwohl die EU offiziell davor warnt. Eine aktuelle Studie des Verbandes der Verbraucherzentralen (VZBV) zeigt, dass es bei der Durchsetzung von Sicherheitsstandards auf digitalen Marktplätzen nach wie vor erhebliche Lücken gibt.
Im November 2025 entfernten Deutschlands fünf größte Shopping-Plattformen fast 70 Millionen Produktangebote. Davon wurden 30 Millionen als „unsicher“ oder sogar „verboten“ eingestuft. Diese Zahlen stammen aus einer Auswertung des VZBV auf Basis der EU-Datenbank zu Produktentfernungen.
Doch das Problem bleibt bestehen. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der Abgleich zwischen Online-Händlern und der EU-Datenbank weiterhin unvollständig ist. Dadurch gelangen schädliche Artikel immer wieder durch die Kontrollen und bleiben für Kund:innen verfügbar – oft lange, nachdem Behörden bereits Alarm geschlagen haben.
Der VZBV fordert nun schärfere Maßnahmen. Die Organisation besteht darauf, dass unsichere Produkte von vornherein auf den Plattformen blockiert werden sollten, statt erst nach einer Meldung gelöscht zu werden.
Die Ergebnisse offenbaren systematische Verzögerungen beim Schutz der Verbraucher:innen vor gefährlichen Waren. Allein in einem Monat wurden 30 Millionen unsichere Angebote entfernt – das Ausmaß des Problems ist damit deutlich. Der Vorstoß des VZBV für präventive Sperren könnte die Plattformen zwingen, ihre Prüfungen zu verschärfen, bevor Produkte überhaupt online gehen.






