Gaskraftwerk in Ingelheimer Aue scheitert an Klimazielen und Protesten
Miriam AlbrechtGaskraftwerk in Ingelheimer Aue scheitert an Klimazielen und Protesten
Pläne für ein neues Gaskraftwerk auf der Ingelheimer Aue stoßen auf massiven Widerstand
Der Bau eines gasbefeuerten Kraftwerks auf dem Überschwemmungsgebiet der Ingelheimer Aue hat heftige Kritik ausgelöst. Ein Bündnis von Umweltschutzorganisationen hat offiziell Einspruch gegen das Vorhaben eingelegt – mit der Begründung, es stehe im Widerspruch zu den Klimazielen von Mainz. Die geplante Investition von 44 Millionen Euro in Gastechnologie gerät zunehmend unter Druck, während Befürworter nachhaltigerer Alternativen fordern.
Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) hatten das Gaskraftwerk als Teil ihrer Energiestrategie vorgeschlagen. Doch beim Strukturdirektion Süd (SGD Süd), der für die Genehmigung zuständigen Behörde, gingen zehn formelle Widersprüche ein. Die dahinterstehenden Initiativen argumentieren, das Projekt untergrabe das Ziel der Stadt Mainz, bis 2035 klimaneutral zu werden.
Eine für den 7. Mai anberaumte öffentliche Anhörung wurde überraschend abgesagt. Die SGD Süd begründete dies damit, dass die Einwände „hinreichend begründet und konkret“ seien, wodurch das Verfahren vorerst gestoppt wurde. Die Gegner fordern nun Gespräche mit sowohl der Behörde als auch KMW, um sauberere Lösungen zu prüfen.
Umweltschützer verweisen auf Batteriespeicher als tragfähige und kostengünstigere Alternative. Im Gegensatz zu Gaskraftwerken benötigen Batterien keine kontinuierliche Brennstoffversorgung und können jahrzehntelang betrieben werden. Zudem sind die Kosten für Batteriespeicher dramatisch gesunken – von 1.300 Euro pro Kilowattstunde vor 15 Jahren auf nur noch 90 Euro heute. Maren Goschke vom BUND Mainz kritisierte das Gasprojekt als Rückschritt, der die Region für Jahrzehnte an veraltete Technologie binde.
Ein weiteres Problem ist das Fehlen einer aktualisierten Umweltverträglichkeitsprüfung. Die letzte Bewertung stammt aus dem Jahr 2005, sodass unklar bleibt, welche langfristigen ökologischen Folgen das Kraftwerk hätte.
Durch die abgesagte Anhörung verzögert sich das Vorhaben, während die Debatte über Alternativen weitergeht. Umweltverbände setzen sich für klimaneutrale Lösungen ein, die mit der lokalen Klimapolitik im Einklang stehen. Die Entscheidung wird zeigen, ob das Gaskraftwerk realisiert wird – oder ob Mainz einen anderen energetischen Weg einschlägt.






