Gabriel und de Maizière zerpflücken Merz' Regierungsführung in scharfer Kritik
Paul MüllerGabriel und de Maizière zerpflücken Merz' Regierungsführung in scharfer Kritik
Sigmar Gabriel und Thomas de Maizière haben die aktuelle Regierungspraxis öffentlich kritisiert. In einem gemeinsamen Interview wiesen beide Politiker auf die wachsenden Herausforderungen in der Regierungsführung hin und räumten der internationalen Lage eine zentrale Rolle ein. Gabriel betonte, dass die konfrontative Haltung des damaligen US-Präsidenten Donald Trump sowie Putins Krieg in der Ukraine die Arbeit der Regierung besonders belastet hätten. Zudem kritisierte er, dass unrealistische Vorschläge ungeprüft in Kabinett und Parlament gelangten. Besonders scharf ging er mit Friedrich Merz ins Gericht: Dieser befasse sich mit Themen, die normalerweise von einem kompetenten Kanzleramtsminister gefiltert werden müssten.
De Maizière forderte unterdessen mehr Disziplin im öffentlichen Auftreten der Regierung. Er argumentierte, dass die politische Kultur heute weitaus schwieriger sei als noch vor einem oder zwei Jahrzehnten. Zudem warnte er davor, dass viele mittlere Funktionäre glaubten, ihre Partei stärke sich, indem sie Forderungen durchsetze oder behauptete, Katastrophen abgewendet zu haben. Die Kritik beider Politiker richtete sich direkt gegen Bundeskanzler Friedrich Merz. Ihre Aussagen unterstreichen die Spannungen und strukturellen Probleme, mit denen die aktuelle Regierung konfrontiert ist.






