23 March 2026, 10:10

Frauenfeindlichkeit im Aufwind: Wie die "Männlichkeitsszene" die Gesellschaft spaltet

Schwarzes und weißes Foto eines Mannes im Anzug und mit Krawatte mit zentrierter Schrift und einem Logo, wobei der Text politische Verhaltensweisen und Integrität diskutiert.

Frauenfeindlichkeit im Aufwind: Wie die "Männlichkeitsszene" die Gesellschaft spaltet

Eine Welle offener Frauenfeindlichkeit breitet sich in sozialen Medien, politischen Debatten und im Alltag aus. Männer in einflussreichen Positionen erniedrigen Frauen weiterhin mit herablassenden Bemerkungen und sexualisierten Kommentaren – oft ohne nennenswerte Konsequenzen. Gleichzeitig verbreitet eine wachsende Online-Bewegung, bekannt als die "Männlichkeitsszene" (engl. "manosphere"), extreme Ansichten über Männlichkeit und Geschlechterrollen.

Die "Männlichkeitsszene" – ein loses Netzwerk aus Online-Influencern – propagiert aktiv eine übersteigerte Männlichkeit und eine feindselige Haltung gegenüber Frauen. Einige Vertreter gehen so weit, Frauen das Wahlrecht absprechen zu wollen. Ihre Rhetorik sickert seit 2020 zunehmend in den gesellschaftlichen Mainstream ein und verschärft die Polarisierung in Ländern wie den USA und Deutschland.

In den USA finden sich Argumentationsmuster der Männlichkeitsszene mittlerweile in konservativen politischen Botschaften und Social-Media-Kampagnen wieder. Zwar wurden bisher keine großen Gesetze geändert, doch diese Ideen vertiefen die Gräben in der Debatte um Gleichberechtigung. In Deutschland vermischen sich ähnliche Ansichten mit rechtspopulistischen Strömungen, insbesondere in Fragen von Migration und traditionellen Familienbildern. Auch hier gab es keine bedeutenden legislativen Veränderungen, doch die kulturellen Spannungen haben zugenommen.

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Jenseits organisierter Bewegungen hält sich Alltagssexismus hartnäckig in Arbeitswelten, Medien und digitalen Räumen. Viele Männer fühlen sich mittlerweile ermutigt, offen sexistische Positionen zu vertreten und Kritik als "woken Unsinn" abzutun. Berichte über mächtige Männer, die ihre Positionen missbrauchen – wenn auch nicht immer strafrechtlich relevant –, bleiben an der Tagesordnung. Die schlimmsten Täter sind oft selbst in Autoritätspositionen und prägen so toxisches Verhalten bei jüngeren Generationen.

Nicht alle Männer beteiligen sich an diesem Verhalten, doch das Problem ist flächendeckend. Im Netz werden frauenfeindliche Schimpfwörter und Beleidigungen häufig mit Applaus bedacht, was die Feindseligkeit gegenüber Frauen normalisiert. Das Ergebnis ist ein Klima, in dem Sexismus sowohl im Privaten als auch in öffentlichen Debatten gedeiht.

Der Aufstieg der Männlichkeitsszene und ungebremster Sexismus in Politik und Medien haben die kulturellen Konflikte verschärft. Frauen sehen sich weiterhin Herablassung und Belästigung ausgesetzt, während einige Männer rückständige Einstellungen offen feiern. Ohne entschiedenen Widerstand drohen diese Entwicklungen noch tiefer in den gesellschaftlichen Alltag einzudringen.

Quelle