16 April 2026, 20:10

Expertenkommission schlägt radikale Reformen gegen Milliarden-Defizit im Gesundheitssystem vor

Plakat mit Logo und Text, der besagt: "Präsident Biden beschränkte die Kosten für Insulin auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare durch das Inflation Reduction Act."

Expertenkommission schlägt radikale Reformen gegen Milliarden-Defizit im Gesundheitssystem vor

Eine von der Regierung eingesetzte Expertenkommission hat einen detaillierten Plan vorgelegt, um das wachsende Defizit im deutschen Gesundheitssystem zu bekämpfen. Die Vorschläge zielen darauf ab, die Finanzierung zu stabilisieren, da die Kosten in den kommenden zehn Jahren stark steigen werden. Der vollständige Bericht ist nun auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums abrufbar.

Die Kommission warnt vor einem Fehlbetrag von 15 Milliarden Euro bis 2027, der sich bis 2030 auf über 40 Milliarden Euro ausweiten könnte. Ohne Gegenmaßnahmen müssten Versicherte und Arbeitgeber mit drastischen Beitragserhöhungen rechnen – bereits im nächsten Jahr wären das zusätzlich 260 Euro, bis 2030 sogar 680 Euro mehr.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Um die Ausgaben zu senken, schlägt der Bericht höhere Steuern auf Tabak und Alkohol vor sowie eine neue Zuckersteuer von 32 Cent auf zuckerhaltige Getränke. Ärzte, Krankenhäuser und Pharmahersteller sollen durch Einsparungen 19 Milliarden Euro beisteuern. Auch Patienten würden sich stärker an den Kosten für Rezepte beteiligen, was weitere 4 Milliarden Euro einbringen soll.

Ein weiterer zentraler Vorschlag sieht vor, vor planbaren Knieoperationen eine zweite ärztliche Meinung einzuholen. Daten zeigen, dass 85 Prozent der Patienten nach einer solchen Konsultation auf den Eingriff verzichten – hier ließen sich Milliarden einsparen. Zudem sollen 12 Milliarden Euro an Krankenkassenbeiträgen für Grundsicherungsempfänger künftig aus Bundessteuermitteln finanziert werden.

Bei vollständiger Umsetzung könnten diese Maßnahmen bereits im nächsten Jahr 42 Milliarden Euro und bis 2030 sogar 64 Milliarden Euro einsparen. Die Reformen setzen an verschiedenen Stellen an – von Steuererhöhungen bis hin zu strengeren medizinischen Prüfverfahren. Ziel ist es, starke Beitragssatzerhöhungen zu vermeiden und gleichzeitig die langfristige Finanzstabilität zu sichern. Die Bundesregierung wird die Empfehlungen nun prüfen, bevor über das weitere Vorgehen entschieden wird.

Quelle