Europa übertrifft SAF-Ziele 2025 bereits – doch die nächsten Hürden warten
Paul MüllerEuropa übertrifft SAF-Ziele 2025 bereits – doch die nächsten Hürden warten
Europas Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) steigt rasant
In den vergangenen Jahren hat sich der Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuel, SAF) in Europa stark erhöht. 2024 erreichte der Anteil 2 % – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 0,6 % im Vorjahr. Wie Behörden nun bestätigen, hat die Region ihr für 2025 gesetztes Ziel vorzeitig übertroffen.
Die Europäische Union hatte vorgeschrieben, dass bis 2025 mindestens 2 % des Kraftstoffs an regionalen Flughäfen aus SAF bestehen müssen, mit einer weiteren Steigerung auf 6 % bis 2030. Ein hochrangiger EU-Vertreter erklärte kürzlich, dass Europa das 2 %-Ziel für dieses Jahr bereits überschritten habe. Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), bestätigte diese Einschätzung und prognostizierte, dass der Wert 2025 bei oder über 2 % liegen werde.
Die vollständigen SAF-Daten für 2024 wird die EASA nach dem Sommer veröffentlichen. Parallel dazu hat die EU auch strengere Vorgaben für synthetische SAF (eSAF) eingeführt: Bis 2030 müssen diese 1,2 % des gesamten Kraftstoffbedarfs decken, bis 2035 soll der Anteil auf 5 % steigen.
Trotz Bedenken der Branche betont die Europäische Kommission, dass die eSAF-Vorgaben nicht abgeschwächt werden. Die Vereinigung Airlines for Europe (A4E) hatte eine Reduzierung der Anforderungen gefordert und auf begrenzte Verfügbarkeit sowie hohe Kosten verwiesen. Ein EU-Vertreter unterstrich jedoch die Bedeutung der Zielvorgaben und kündigte gleichzeitig Maßnahmen an, um die Erschwinglichkeit und den Zugang zu verbessern.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Einführung von SAF in Europa schneller voranschreitet als erwartet. Da das Ziel für 2025 bereits erreicht ist, rückt nun die Bewältigung der künftigen Steigerungen in den Fokus. Die EU bleibt bei ihren Vorgaben standhaft, erkennt aber an, dass die Herausforderungen bei Kosten und Verfügbarkeit angegangen werden müssen.






