EU setzt 200 Millionen Euro für neue Nukleartechnologien und modulare Reaktoren ein
Paul MüllerEU setzt 200 Millionen Euro für neue Nukleartechnologien und modulare Reaktoren ein
Die Europäische Union will neue Nukleartechnologien mit finanziellen Garantien in Höhe von 200 Millionen Euro fördern. Dieser Schritt folgt den Forderungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, Atomenergie als ebenso wichtig wie erneuerbare Energien zu behandeln. Zudem drängte er auf eine schnellere Entwicklung bei kleinen modularen Reaktoren – einem Bereich, in dem andere Länder bereits weiter sind.
Auf einem kürzlichen Energiegipfel betonte Macron die Notwendigkeit einer stärkeren europäischen Zusammenarbeit in der Energiepolitik. Er schlug vor, einen gemeinsamen Binnenmarkt für emissionsfreien Strom auf dem Kontinent zu schaffen. Der französische Staatschef verwies dabei auch auf die raschen Fortschritte, die die USA, Kanada und China bei der Entwicklung kleiner modularer Reaktoren machen.
Die 200 Millionen Euro an Bürgschaften stammen aus Erlösen des EU-Emissionshandels. Mit den Mitteln soll privates Kapital in Nuklearprojekte der nächsten Generation gelenkt werden.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kritisierte die Entscheidung einiger Mitgliedstaaten, aus der Kernenergie auszusteigen. Sie bezeichnete diesen Schritt als "strategischen Fehler" und warnte davor, die Rolle der Atomkraft bei der Reduzierung von Emissionen zu unterschätzen.
Die finanzielle Unterstützung der EU markiert einen Kurswechsel in der Energiepolitik und rückt die Kernenergie näher an die erneuerbaren Energien heran. Private Investoren erhalten nun stärkere Anreize, in moderne Nukleartechnologien zu investieren. Unterdessen bleibt die Debatte über den Platz der Atomkraft in Europas emissionsfreier Zukunft weiter kontrovers.






