EU plant schärfere Plastikregeln: Baden-Württemberg treibt Verbote und Recycling voran

EU plant schärfere Plastikregeln: Baden-Württemberg treibt Verbote und Recycling voran
Plastikmüll bleibt eine drängende Umweltkrise, die Ökosysteme, Wildtiere und die menschliche Gesundheit belastet. Bei einer kürzlichen Veranstaltung in Brüssel setzten sich Beamte und Fachleute für strengere EU-Maßnahmen gegen die Plastikverschmutzung ein. Zwei zentrale Forderungen standen im Raum: ein europaweites Verbot bestimmter Einwegplastikprodukte sowie verbindliche Ziele für Recycling und Abfallreduzierung.
Die Veranstaltung „DBU goes Brussels“ unterstrich das Ausmaß des Problems. Weltweit werden jährlich 414 Millionen Tonnen Plastik produziert – Europa trägt 13 Prozent dazu bei, Baden-Württemberg 2,3 Prozent. Doch 2023 wurden von den fast sechs Millionen Tonnen Plastikabfall in Baden-Württemberg nur 52 Prozent stofflich recycelt.
Thekla Walker, Umweltministerin von Baden-Württemberg, forderte entschlossenes Handeln. Sie plädierte für ein EU-weites Deponieverbot für Plastik sowie ein System zur Sammlung wertvoller Materialien in allen Mitgliedstaaten. Ihre Vorschläge umfassten zudem strengere, rechtlich verbindliche Ziele zur Reduzierung und zum Recycling von Plastikverpackungen. Florika Fink-Hooijer, die Generaldirektorin für Umwelt in der EU-Kommission, verband Plastikmüll mit breiterer Kriminalität. Sie warnte, dass illegale Plastikexporte in Drittländer Terrorismus finanzieren könnten. Organisierte Kriminalität nutze oft Lücken in den Abfallregulierungen aus, betonte sie. Die EU plant, diese Probleme mit neuer Gesetzgebung anzugehen: Bis Ende 2026 wird die Europäische Kommission den Kreislaufwirtschaftsakt vorlegen. Dieses Gesetz soll ein nachhaltigeres System für die Nutzung und Entsorgung von Plastik schaffen. Alexander Bonde, Generalsekretär der DBU, hob hervor, dass eine Kreislaufwirtschaft entscheidend sei, um Plastikmüll wirksam zu bewältigen.
Die Brüsseler Diskussionen zeigen wachsenden Schwung für eine verschärfte Plastikpolitik. Die Vorschläge Baden-Württembergs und der anstehende Kreislaufwirtschaftsakt könnten die Art und Weise verändern, wie Europa mit Plastik umgeht. Bei Umsetzung würden diese Maßnahmen die Verschmutzung verringern, Verbindungen zum illegalen Handel kappen und die Industrie zu nachhaltigeren Praktiken drängen. Nun geht es darum, die neuen Regeln bis 2026 final auszuarbeiten und durchzusetzen.
