Erste Apotheke rechnet Papierrezepte digital über Scanacs ab – ein Meilenstein für den AVV
Paul MüllerErste Apotheke rechnet Papierrezepte digital über Scanacs ab – ein Meilenstein für den AVV
Eine Apotheke in Stuttgart hat als erste Rechnungen für Papierrezepte mit der AOK Baden-Württemberg über die Plattform Scanacs abgewickelt. Dies markiert einen wichtigen Schritt im Rahmen des neuen Arzneimittelversorgungsvertrags (AVV), der vorsieht, dass alle Apotheken auf ein einheitliches, standardisiertes Abrechnungssystem umstellen müssen.
Die Umstellung soll die Rechnungsstellung vereinfachen, ohne den Arbeitsaufwand für die Apotheken unzumutbar zu erhöhen – dabei gibt es keine Beschränkungen bei der Häufigkeit der Abrechnung. Der von der AOK Baden-Württemberg eingeführte AVV schreibt vor, dass Apotheken ein einheitliches Abrechnungsverfahren nutzen müssen. Sie können die Rechnungsstellung entweder selbst durchführen oder an eine Clearingstelle auslagern. Entscheiden sie sich für Letzteres, müssen sämtliche Abrechnungen eines Monats über denselben Anbieter abgewickelt werden.
Scanacs, eine der zugelassenen Clearingstellen, hat im Januar erstmals die Abrechnung von Papierrezepten abgewickelt. Eine Stuttgarter Apotheke rechnete über die Plattform Rezepte im Wert von 80.000 Euro ab, darunter ein einzelnes Hochpreisprodukt für 40.000 Euro. Das System verarbeitet zudem E-Rezepte, die direkt über die Apo-TI-Schnittstelle an Scanacs übermittelt werden.
Frank Böhme, Geschäftsführer von Scanacs, bezeichnete die Entwicklung als Meilenstein. Das Unternehmen plane, den Prozess weiter zu optimieren, damit er nach Ende der Übergangsphase zur Routine werde. Anders als einige Systeme ermöglicht Scanacs Apotheken, Papier- und E-Rezepte im selben Monat ohne zusätzlichen Aufwand abzurechnen.
Offizielle Zahlen, wie viele Apotheken in Baden-Württemberg bis zum Ende der Übergangsphase auf Scanacs umgestiegen sind, liegen bisher nicht vor. Doch die Flexibilität der Plattform – ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand oder Abrechnungsgrenzen – macht sie für viele zu einer attraktiven Option.
Das neue System reduziert die Komplexität der Rezeptabrechnung, ohne die Effizienz zu beeinträchtigen. Apotheken können ihre Abrechnungen nun reibungsloser bearbeiten, egal ob sie die Rechnungsstellung intern erledigen oder über Scanacs abwickeln. Die Umstellung dürfte sich nach Abschluss der Übergangsphase als Standardverfahren durchsetzen.






