Ehegattensplitting spart Familien 25 Milliarden Euro – doch wer profitiert wirklich?
Lotta BrandtEhegattensplitting spart Familien 25 Milliarden Euro – doch wer profitiert wirklich?
Deutschlands Ehegattensplitting spart verheirateten Paaren jährlich rund 25 Milliarden Euro an Steuern. Neue Berechnungen des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) zeigen, wie diese Entlastungen auf verschiedene Haushalte verteilt sind. Die Ergebnisse, die im Auftrag des Handelsblatts erstellt wurden, machen deutlich, welche Familien am stärksten von den aktuellen Regelungen profitieren.
Die Steuerersparnisse kommen vor allem Familien mit Kindern zugute. Rund 90 Prozent der insgesamt 25 Milliarden Euro fließen an verheiratete Paare mit Kindern. Davon entfallen fast zwei Drittel auf Eltern mit "steuerrelevanten Kindern" – also unter 18-Jährige oder solche, die sich noch in Ausbildung oder Studium befinden.
Der verbleibende Teil der Entlastung geht an Eltern, deren Kinder bereits erwachsen sind und ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Insgesamt profitieren 13,5 Millionen Haushalte vom Ehegattensplitting. Die Verteilung zwischen Einverdiener- und Doppelverdiener-Familien ist jedoch ungleich: 37 Prozent des Vorteils entfallen auf Paare, in denen nur ein Partner erwerbstätig ist, während 63 Prozent an Haushalte mit zwei Einkommen gehen. Kinderlose verheiratete Paare erhalten lediglich 9 Prozent der gesamten Steuerentlastung.
Eine mögliche Reform des Ehegattensplittings würde Einverdiener-Familien am stärksten treffen. Da sie besonders von der aktuellen Regelung abhängen, könnten Änderungen ihre finanziellen Vorteile deutlich schmälern.
Die IW-Analyse unterstreicht, wie das deutsche Steuersystem verheiratete Paare – insbesondere solche mit Kindern – begünstigt. Bei jährlichen Entlastungen von 25 Milliarden Euro hinge die Wirkung einer Reform maßgeblich von der Einkommensstruktur der Haushalte ab. Die Daten bestätigen: Einverdiener-Familien und Eltern mit minderjährigen Kindern hätten bei Anpassungen die größten Nachteile.






