Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für seinen Kampf gegen Antisemitismus und Doppelmoral
Paul MüllerDieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für seinen Kampf gegen Antisemitismus und Doppelmoral
Dieter Nuhr hat den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland erhalten. Die Auszeichnung würdigt sein Engagement im Kampf gegen Doppelmoral und Antisemitismus in Medien und Kultur. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis ist nach dem Rabbiner Leo Baeck benannt.
In seiner Dankesrede betonte Nuhr, dass Antisemitismus keineswegs nur ein Problem des rechten Randes sei. Er verwies darauf, dass er auch in linken Kreisen und unter kulturellen Eliten verbreitet sei. Zudem kritisierte er den wachsenden Mangel an eigenständigem Denken und warnte, dass blinde Konformität schädliche Ideologien begünstige.
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, lobte Nuhr für seine Entlarvung von Vorurteilen in der Berichterstattung über Israel und das Judentum. Schuster selbst warf deutschen Medien vor, antisemitische Narrative zu verbreiten und mit zweierlei Maß zu messen. Auch Ahmed Mansour würdigte Nuhr dafür, dass er Meinungen äußere, die viele teilen, aber aus Sorge vor Konsequenzen nicht offen aussprechen.
Zu den früheren Trägern des Leo-Baeck-Preises zählen prominente Persönlichkeiten wie die ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Christian Wulff sowie die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Die Auszeichnung unterstreicht Nuhrs Rolle bei der Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Medienbias. Seine Äußerungen und die Anerkennung durch den Zentralrat der Juden lenken die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Probleme des Antisemitismus. Gleichzeitig führt der Preis eine Tradition fort, die Menschen ehrt, die sich für Verständigung und Gerechtigkeit einsetzen.






