Dieselskandal: Kartellverdacht erschüttert deutsche Autobauer wie Daimler und VW
Miriam AlbrechtDieselskandal: Kartellverdacht erschüttert deutsche Autobauer wie Daimler und VW
Ein großer Skandal erschüttert derzeit einige der größten deutschen Automobilhersteller. Ermittler prüfen Vorwürfe, wonach Porsche, Audi, Volkswagen, Daimler und BMW seit den 1990er-Jahren ihre Aktivitäten abgestimmt haben sollen. Im Fokus der Untersuchungen stehen mögliche Absprachen bei Dieselmotoren-Technologien zur Abgasreinigung sowie illegale Preisabsprachen.
Daimler-Chef Dieter Zetsche nahm auf LinkedIn öffentlich Stellung zu den Vorwürfen. Er räumte die laufenden Prüfungen ein und betonte, dass Dieselmotoren anhand ihrer Stickoxid- (NOx) und CO₂-Emissionen bewertet werden müssten. Als Beleg für den technischen Fortschritt des Konzerns präsentierte Zetsche den neuen OM-654-Dieselmotor.
Das Unternehmen hat bereits Maßnahmen ergriffen: Daimler rief freiwillig drei Millionen Diesel-Fahrzeuge in ganz Europa zurück – eine Aktion, die rund 220 Millionen Euro kostete. Zudem arbeitet der Konzern mit den Behörden zusammen und führt interne Untersuchungen durch.
Zetsche warnte vor voreiligen Spekulationen und dankte den Mitarbeitenden für ihr Engagement. Zugleich zeigte er sich optimistisch für die Zukunft von Daimler. Volkswagen hatte bereits 2016 eine Selbstanzeige bei den Kartellbehörden eingereicht, Daimler folgte diesem Schritt 2014.
Die Ermittlungen zu den möglichen Absprachen unter den Automobilherstellern laufen weiterhin. Mit dem Rückruf und der Kooperation mit den Aufsichtsbehörden setzt Daimler konkrete Schritte zur Aufarbeitung der Vorwürfe. Die Ergebnisse der Untersuchungen könnten weitreichende Folgen für die gesamte Branche haben.






