20 April 2026, 00:20

Deutz und Daimler Truck gehen unterschiedliche Wege in Transport und Energie

Alte deutsche Regierungspapierurkunde mit gedrucktem Text und numerischen Werten.

Deutz und Daimler Truck gehen unterschiedliche Wege in Transport und Energie

Zwei große deutsche Industrieunternehmen schlagen in den sich wandelnden Transport- und Energiesektoren unterschiedliche Wege ein. Deutz, einst ein traditioneller Motorenhersteller, hat sich als Anbieter von Energie- und Verteidigungslösungen neu erfunden. Daimler Truck hingegen bleibt auf den Schwerlasttransport fokussiert, erweitert sein Portfolio aber um neue Technologien und margenträchtigere Segmente.

Deutz hat sich von seinen Wurzeln als klassischer Verbrennungsmotoren-Produzent verabschiedet. Mit der Dual+-Strategie setzt das Unternehmen nun auf optimierte Verbrennungsmotoren sowie auf zukunftsweisende Bereiche wie Notstromaggregate und Wasserstoffverbrennung. Das Argument: Verbrennungsmotoren hätten auch künftig eine Daseinsberechtigung – vorausgesetzt, sie werden mit klimaneutralen Kraftstoffen wie Wasserstoff oder E-Fuels betrieben. Diese Neuausrichtung hat zu einem Umsatzwachstum von fast 13 % geführt und stützt eine höhere Kurs-Gewinn-Relation (KGV).

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Der Einstieg in den Verteidigungssektor könnte Deutz zudem zusätzliche Stabilität in wirtschaftlich schwierigen Phasen verschaffen. Weitere Übernahmen in diesem Bereich würden jedoch zusätzliche Finanzmittel erfordern und die Unternehmensführung vor größere Herausforderungen stellen.

Daimler Truck, mit einer Marktkapitalisierung von knapp 35 Milliarden Euro, verfolgt bei seinen Antrieben einen doppelgleisigen Ansatz. Das Unternehmen investiert sowohl in batterieelektrische Antriebe als auch in Wasserstoff-Brennstoffzellen, um den künftigen Transportanforderungen gerecht zu werden. Dabei deckt es die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Fahrgestellproduktion bis zum digitalen Flottenmanagement.

Analysten sehen das größte Wachstumspotenzial in der Margenverbesserung, insbesondere im Segment Mercedes-Benz, sowie in der Technologie für autonomes Fahren. Mit einem KGV von rund 11 und einer Dividendenrendite von fast 5 % bleibt der Konzern eine klassische Wertaktie.

Deutz' Neuausrichtung und das Umsatzwachstum rechtfertigen die höhere Bewertung, während der Vorstoß in die Rüstungsbranche langfristige Widerstandsfähigkeit bieten könnte. Daimler Truck hingegen überzeugt mit seiner breiten Wertschöpfungskette und dem Fokus auf Margen als solides Investment. Beide Unternehmen passen sich den Branchenveränderungen an – allerdings auf ganz unterschiedliche Weise.

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