Deutschlands radikale Energiewende: Vom Atomausstieg zur Kohle-Freiheit bis 2025?
Miriam AlbrechtDeutschlands radikale Energiewende: Vom Atomausstieg zur Kohle-Freiheit bis 2025?
Deutschlands Energielandschaft hat sich seit 2011 radikal gewandelt. Nach der Katastrophe von Fukushima beschloss das Land den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie und verzichtet seitdem auf den Bau neuer Kohlekraftwerke. Stattdessen rücken erneuerbare Energien und Erdgas als langfristige Alternativen in den Fokus.
Das letzte neu gebaute Kohlekraftwerk in Deutschland begann seine Planung noch vor 2009. Seither wurden keine weiteren Projekte genehmigt – sechs geplante Anlagen wurden nach 2011 sogar gestrichen. Dennoch befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Kohlekraftwerke im Bau, von denen zwei inzwischen in Betrieb gegangen sind.
Der Bau eines Kohlekraftwerks dauert in demokratischen Ländern in der Regel etwa fünf Jahre. Doch Deutschlands Energiewende und die damit verbundenen niedrigen Strompreise haben alle konventionellen Kraftwerksprojekte zum Erliegen gebracht. Experten zufolge könnte Kohle bald unwirtschaftlich werden – was den Umstieg auf Gas und erneuerbare Energien schneller vorantreiben würde als erwartet.
Im April 2023 gingen die letzten drei Atomreaktoren vom Netz und besiegelten damit das Ende der deutschen Kernenergie-Ära. Da bis mindestens 2016 – und wahrscheinlich auch darüber hinaus – keine neuen Kohlekraftwerke geplant sind, scheint der Übergang zu saubereren Energiequellen unumkehrbar.
Ein ehrgeiziges CO₂-Emissionshandelssystem könnte diesen Wandel weiter beschleunigen. Falls umgesetzt, könnte Deutschland seinen Ausstieg aus Kohle und Atomkraft bereits bis Mitte der 2020er-Jahre vollenden und stattdessen auf Gas sowie einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien setzen.
Die deutsche Energiepolitik hat sich endgültig von Kernkraft und Kohle abgewandt. Die noch im Bau befindlichen Kohlekraftwerke wurden vor der Verschärfung der Klimavorgaben genehmigt, und mit weiteren Neuprojekten ist nicht zu rechnen. Angesichts strengerer Marktbedingungen und Regulierungen wird der Anteil der Kohle im deutschen Strommix weiter schrumpfen.






