20 April 2026, 18:09

Deutschland plant Privatisierung von Sefe und prüft Fusion mit Uniper bis 2028

Eine Balkendiagramm, das den prozentualen Anteil der natürlichen Gasabhängigkeit Europas von Russland zeigt, mit Text, der die Investitionsprozente angibt.

Deutschland plant Privatisierung von Sefe und prüft Fusion mit Uniper bis 2028

Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, der ehemaligen Gazprom-Tochter Gazprom Germania. Die Bundesregierung strebt an, durch eine Kapitalerhöhung bis zum Stichtag 2028 zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro einzunehmen. Gleichzeitig laufen Gespräche über eine mögliche Fusion von Sefe mit dem Energiekonzern Uniper.

In einer anderen Entwicklung haben die USA eine letzte einmonatige Sanktionausnahme für die serbische Ölgesellschaft Naftna Industrija Srbije (NIS) verlängert, die unter russischem Einfluss steht. Auch Moldau prüft derzeit seine Energiebeziehungen zu Russland und erwägt die Verstaatlichung seines Gasversorgers Moldovagaz.

Die deutsche Regierung hatte Sefe 2022 unter staatliche Kontrolle gestellt, nachdem Gazprom das Unternehmen im Zuge der Sanktionen aufgegeben hatte. Seither verwaltet Sefe weiterhin kritische Energieinfrastrukturen, darunter Gasspeicher, Pipelines und eine in Großbritannien ansässige Handelsabteilung. Nun plant die Regierung, den staatlichen Anteil bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent zu reduzieren.

Um die Privatisierung vorzubereiten, will Berlin frisches Kapital in Höhe von 1,5 bis 2 Milliarden Euro einbringen. Sefe hat deutlich gemacht, dass es seine Vermögenswerte nicht aufspalten, sondern die Kernaktivitäten zusammenhalten wird. Eine mögliche Fusion mit Uniper, einem weiteren großen deutschen Energieunternehmen, bleibt im Rahmen des Umstrukturierungsprozesses eine Option.

In anderen Teilen Europas bleiben die Energiespannungen bestehen. Das US-Finanzministerium hat kürzlich eine letzte 30-tägige Sanktionausnahme für NIS erteilt, das serbische staatlich unterstützte Ölunternehmen. Russische Akteure halten die Mehrheit an NIS, und die USA hatten ursprünglich gefordert, dass Gazprom Neft seinen Anteil innerhalb von 45 Tagen veräußert.

In Moldau prüft die Regierung unterdessen die Verstaatlichung von Moldovagaz, dem wichtigsten Gaslieferanten des Landes. Derzeit hält Gazprom 50 Prozent des Unternehmens, der moldauische Staat 35,6 Prozent und die abtrünnige Region Transnistrien 13 Prozent. Der Schritt folgt anhaltenden Streitigkeiten mit Russland über Gaslieferungen und Preise.

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Die Privatisierung von Sefe markiert einen wichtigen Schritt bei der Neuausrichtung des deutschen Energiesektors nach dem Bruch mit Gazprom. Die Kapitalbeschaffung und eine mögliche Fusion mit Uniper werden die künftige Struktur des Unternehmens bestimmen. Für Moldau könnte die Verstaatlichung von Moldovagaz die Beziehungen zu Russland weiter belasten, das weiterhin einen großen Anteil am Unternehmen hält. Die US-Ausnahmegenehmigung für NIS bietet zwar vorübergehende Entlastung, lässt die Frage der langfristigen Eigentumsverhältnisse jedoch ungelöst.

Quelle