Deutsche Industrie kämpft mit Rekord-Ölpreisen und schwächelnder Thyssenkrupp-Aktie
Miriam AlbrechtDeutsche Industrie kämpft mit Rekord-Ölpreisen und schwächelnder Thyssenkrupp-Aktie
Deutsche Industrie steht vor neuen Herausforderungen: Ölpreise steigen, Wirtschaftsdruck wächst
Die deutsche Industrie sieht sich mit frischen Belastungen konfrontiert, da die Ölpreise in die Höhe schnellen und die wirtschaftliche Lage immer angespannter wird. Der Aktienkurs von Thyssenkrupp ist auf ein 52-Wochen-Tief gefallen, während Bundeskanzler Friedrich Merz Zweifel am geplanten Kohleausstieg bis 2038 geäußert hat.
Die Probleme bei Thyssenkrupp haben sich in den letzten Wochen weiter verschärft. Die Aktie notiert derzeit bei 7,46 Euro – ein Rückgang um 31 Prozent innerhalb eines Monats und fast 44 Prozent unter dem Oktober-Hoch von 13,24 Euro. Steigende Ölpreise treiben die Produktionskosten in die Höhe und zwingen das Unternehmen zu Einschnitten am französischen Standort, wo zudem der Wettbewerb durch günstigere Importe zunimmt.
Die globale Ölknappheit verschärft die Situation zusätzlich. Bei einem täglichen Defizit von rund 11 Millionen Barrel ist der Preis für Brent-Rohöl auf 113 US-Dollar pro Barrel geklettert, während OPEC-Öl mittlerweile 143 Dollar kostet. Analysten der Raiffeisen Bank haben daraufhin ihre Wachstumsprognose für Thyssenkrupp bis 2026 nach unten korrigiert und warnen, dass zyklische Industriewerte vor schwierigen Zeiten stehen.
Unterdessen versucht die Bundesregierung, gegenzusteuern. Ein neues Entlastungspaket für Spritpreise ist in Vorbereitung, und Beamte planen, Teile der nationalen Ölreserven freizugeben. Kanzler Merz zeigte sich jedoch besorgt über die Versorgungssicherheit und deutete an, dass der Kohleausstieg bis 2038 möglicherweise überdacht werden müsse, um die industrielle Produktion abzusichern.
Solange die Ölpreise nicht sinken und der Importdruck nicht nachlässt, wird die Thyssenkrupp-Aktie voraussichtlich weiter unter Druck bleiben. Die Regierungsmaßnahmen zielen zwar auf kurzfristige Entlastung ab, doch könnten die langfristigen Energiepolitiken angesichts der angespannten Wirtschaftslage weiter diskutiert werden.






