Deutsche Bahn auf Rekordtief: Nur jeder zweite Zug pünktlich im Januar 2026
Miriam AlbrechtDeutsche Bahn auf Rekordtief: Nur jeder zweite Zug pünktlich im Januar 2026
Deutsche Bahn erreicht neuen Tiefpunkt bei Pünktlichkeit
Die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn ist im Januar 2026 auf ein Rekordtief gesunken: Nur 52 Prozent der Fernzüge erreichten ihr Ziel rechtzeitig. Im Februar besserte sich die Quote kaum – auf 59,4 Prozent – und verfehlte damit das angestrebte Ziel von 60 Prozent. Verkehrsminister Patrick Schnieder warnte nun, die anhaltenden Probleme der Bahn könnten sogar das Vertrauen der Bürger in die Demokratie gefährden.
Vor der Pandemie fuhren die Fernzüge der Deutschen Bahn noch zu 74 bis 79 Prozent pünktlich. Doch seit 2020 ist die Pünktlichkeit dramatisch eingebrochen. 2025 erreichten nur noch 60 Prozent der Züge den Standard, und die Verspätungen verschärften sich weiter bis ins Jahr 2026.
Die Gründe liegen auf der Hand: ein überlastetes Netz, marode Infrastruktur und zu viele Baustellen. Wichtige Knotenpunkte sind ständig überlastet, während Winterwetter und technische Pannen das Chaos verstärken. Trotz dieser Probleme hatte die frühere Bahnführung noch eine Pünktlichkeitsquote von 75 bis 80 Prozent bis 2027 angepeilt – ein Ziel, das Vorstandschefin Evelyn Palla nun als unrealistisch bezeichnet. Sie schloss schnelle Lösungen aus und sagte voraus, dass sich die Lage in naher Zukunft nicht bessern werde.
Als Reaktion hat das Bundesverkehrsministerium eine "Agenda für zufriedene Kunden" gestartet. Drei Sofortprogramme sollen Sauberkeit, Sicherheit und Komfort in den Zügen verbessern. Zudem werden bessere Echtzeit-Informationen bei Verspätungen und Gleisänderungen versprochen. Doch selbst mit diesen Maßnahmen bleibt das neue Ziel des Ministers – 70 Prozent Pünktlichkeit bis 2029 – in weiter Ferne.
Für Fahrgäste gibt es vorerst kaum Entlastung. Die Pünktlichkeit 2026 wird sich im besten Fall auf dem enttäuschenden Niveau von 2025 einpendeln. Die langfristige Erholung der Bahn hängt davon ab, grundlegende Probleme zu lösen – von der Netzauslastung bis zur alternden Infrastruktur.






