Daimler beantragt Kronzeugenregelung – BMW reagiert mit scharfer Kritik
Paul MüllerDaimler beantragt Kronzeugenregelung – BMW reagiert mit scharfer Kritik
Daimler hat seinen Antrag auf Kronzeugenregelung in einem Kartellverfahren bestätigt. Der Fall wird seit zwei Jahren von der EU geprüft, wobei die vorläufigen Ermittlungen noch andauern. BMW hat öffentlich Frustration über den Umgang des Konkurrenten mit den Vorwürfen geäußert.
Daimler-Chef Dieter Zetsche nahm bei einer Veranstaltung in Stuttgart erstmals zu den Kartellvorwürfen Stellung. Er betonte, die Gespräche zwischen den deutschen Automobilherstellern hätten sich auf technische Standards und Kostensenkungsmaßnahmen konzentriert. Ziel sei es gewesen, die Produktivität zu steigern und Kunden günstigere Preise zu ermöglichen.
Zetsche machte deutlich, dass der Antrag auf Kronzeugenstatus nicht als Schuldeingeständnis zu werten sei. Derweil hätte BMW-Chef Harald Krüger auf derselben Veranstaltung sprechen sollen, sagte seine Teilnahme jedoch wegen Krankheit ab.
Die EU führt weiterhin vorläufige Untersuchungen zu dem angeblichen Kartell durch. Daimlers Schritt hin zur Kronzeugenregelung verleiht dem Fall eine neue Dimension. Die öffentliche Kritik von BMW unterstreicht die angespannten Beziehungen zwischen den beiden Unternehmen im Zuge des Verfahrens.






