Cem Özdemir schreibt Geschichte als erster türkischstämmiger Ministerpräsident Baden-Württembergs
Paul MüllerSein Leben in Bildern: Das ist Cem Özdemir - Cem Özdemir schreibt Geschichte als erster türkischstämmiger Ministerpräsident Baden-Württembergs
Die Grünen haben die Landtagswahl in Baden-Württemberg mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur einem halben Prozentpunkt vor der CDU gewonnen. Dieses knappe Ergebnis bescherte beiden Parteien die gleiche Anzahl an Sitzen im Stuttgarter Landtag. Cem Özdemir steht nun kurz davor, als erster Ministerpräsident türkischer Herkunft in Deutschland Geschichte zu schreiben.
In bescheidenen Verhältnissen in Bad Urach geboren, schrieb Özdemir bereits 1994 Geschichte, als er als erster Bundestagsabgeordneter türkischer Herkunft ins Parlament einzog. Seine frühe Karriere verlief steil: Ein Jahrzehnt lang gehörte er zu den einflussreichsten Co-Vorsitzenden der Grünen. Doch 2002 zwang ihn ein Skandal um Prämienmeilen und ein privates Darlehen von einer PR-Beraterin zum Rücktritt. Von 2004 bis 2009 zog er sich ins Europäische Parlament zurück, bevor er 2013 in den Bundestag zurückkehrte.
Später übernahm Özdemir von Dezember 2021 bis Mai 2025 das Amt des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft, bevor er nach dem Scheitern der Ampel-Koalition zusätzlich das Bildungsressort leitete. Als natürlicher Nachfolger des langjährigen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann aufgebaut, führte er die Grünen als Spitzenkandidat in den jüngsten Wahlkampf. Plakate warben mit dem Slogan 'Der kann das' und rückten ihn in den Mittelpunkt der Kampagne.
Mit gleich vielen Sitzen für Grüne und CDU markiert Özdemirs knapper Sieg einen historischen Moment für die Repräsentation in der deutschen Politik. Sein Weg an die Spitze war von Höhen und Rückschlägen geprägt und gipfelt nun in dieser hart umkämpften Wahl. Das Ergebnis wird die Regierung Baden-Württembergs in der kommenden Legislaturperiode prägen.






