CDU geht gegen AfD-Kooperationen in Kommunalparlamenten vor – Studie zeigt alarmierenden Trend
Miriam AlbrechtCDU geht gegen AfD-Kooperationen in Kommunalparlamenten vor – Studie zeigt alarmierenden Trend
Eine aktuelle Studie zeigt eine zunehmende Zusammenarbeit zwischen etablierten Parteien und der rechtsextremen AfD in deutschen Kommunalparlamenten. Die Erkenntnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die CDU in Hessen disziplinarische Maßnahmen gegen Mitglieder einleitet, die in Biebesheim am Rhein mit der AfD kooperiert hatten. Der Vorfall unterstreicht die Spannungen um politische Bündnisse auf kommunaler Ebene.
Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) untersuchte rund 5.000 Abstimmungen in Kommunalparlamenten zwischen Mitte 2019 und Mitte 2024. Die Forscher stellten fest, dass in fast 19 Prozent der Fälle andere Parteien direkt mit der AfD zusammenarbeiteten. Besonders häufig kooperierten fraktionslose Abgeordnete und Mitglieder kleinerer Parteien mit der rechtsextremen Gruppierung.
In Biebesheim am Rhein reichten CDU- und AfD-Vertreter eine gemeinsame Liste für die Wahl der ehrenamtlichen stellvertretenden Bürgermeister ein. Trotz anfänglicher Meinungsverschiedenheiten einigten sich die beiden Parteien auf einen Vorschlag, der schließlich zur Wahl des AfD-Kandidaten Bernd Kahnert in den Gemeindevorstand führte. Die CDU hält in dem 31-köpfigen Rat acht Sitze, die AfD sechs.
Der CDU-Kreisverband Groß-Gerau reagierte umgehend und leitete Ausschlussverfahren gegen die beteiligten Mitglieder ein. Der Kreisvorsitzende Stefan Sauer erklärte, die Entscheidung sei endgültig, und weitere Schritte würden geprüft. Der hessische CDU-Generalsekretär Leopold Born unterstützte das Vorgehen und forderte "sofortiges und entschlossenes" Handeln gegen jede Zusammenarbeit mit der AfD.
Die CDU bezeichnete die gemeinsame Abstimmung als "offensichtlich spontan und unabgestimmt" und bekräftigte ihre Linie, keine Kooperation mit der AfD einzugehen. Die gemeinsame Liste war als Gegenentwurf zu einem gemeinsamen Wahlvorschlag von SPD, Grünen und Freien Wählern entstanden, die zusammen 17 Sitze im Rat innehaben.
Die Ausschlussverfahren markieren eine klare Haltung der CDU gegen lokale Bündnisse mit der AfD. Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass solche Allianzen kein Einzelfall sind, sondern in fast jedem fünften inhaltlichen Votum vorkommen. Der Ausgang in Biebesheim am Rhein wird voraussichtlich beeinflussen, wie andere CDU-Ortsverbände künftig mit ähnlichen Situationen umgehen.






