BVVA fordert radikale Apothekenreform gegen Bürokratie und Rückforderungen
Paul MüllerBVVA fordert radikale Apothekenreform gegen Bürokratie und Rückforderungen
Bundesverband der Versorgungsapotheker (BVVA) fordert grundlegende Reformen der Apothekenregulierung
Der Bundesverband der Versorgungsapotheker (BVVA) hat weitreichende Reformen der Apothekenvorschriften angemahnt. Die Vorschläge zielen auf langjährige Problemfelder wie Rückforderungen ohne Bearbeitungsgebühr, Verschreibungsregeln und Führungsstrukturen ab. Die Vereinigung argumentiert, dass die aktuellen Maßnahmen die täglichen Herausforderungen, mit denen Apotheken in ganz Deutschland konfrontiert sind, nicht ausreichend lösen.
Die kostenlosen Rückforderungen belasten die Apotheken weiterhin stark und zwingen sie zu zeitaufwendigen Widerspruchsverfahren und Rechtsstreitigkeiten. Krankenkassen begründen diese Rückforderungen oft unterschiedlich, sodass viele Fälle unter den bestehenden Regelungen ungelöst bleiben. Der BVVA besteht darauf, dass das System grundlegend reformiert werden muss – insbesondere sollten die Krankenkassen die volle Verantwortung für die Einziehung von Patientenzuzahlungen übernehmen, statt die Last auf die Apotheken abzuwälzen.
Darüber hinaus setzt sich der Verband für eine Vereinfachung des Rezeptmanagements ein. Ein zentraler Vorschlag ist die Verlängerung der Standard-Rezeptdauer für Medikamente auf einen vollen Monat, um den Verwaltungsaufwand für das Personal zu verringern. Zudem schlägt der BVVA bundesweit einheitliche Preise für apothekenpflichtige Hilfsmittel vor, die zwischen dem GKV-Spitzenverband und der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (DAV) ausgehandelt werden sollen.
Um Führungspositionen attraktiver zu gestalten, unterstützt der BVVA das Modell der "Apotheken-GmbH". Dies würde teilzeitbeschäftigten Apothekern mehr Flexibilität bieten als die bisherige Offene Handelsgesellschaft (OHG). Die Vereinigung ist überzeugt, dass solche Änderungen mehr junge Fachkräfte für öffentliche Apotheken gewinnen könnten. Zudem empfiehlt sie, Pflichtschulungen und spezielle Beauftragte zu reduzieren, um den Betriebsaufwand für kleinere Apotheken zu verringern.
Die Vorschläge des BVVA zielen darauf ab, Bürokratie abzubauen, Zahlungsprozesse zu straffen und das Apothekenmanagement zu modernisieren. Sollten die Reformen umgesetzt werden, könnten sie zentrale Verantwortlichkeiten von den Apotheken hin zu den Krankenkassen verlagern. Gleichzeitig würden sie Apothekern in Führungspositionen mehr Spielraum bieten.






