Bundestag beschließt 1.000-Euro-Entlastungsbonus für Arbeitnehmer und Spritsteuersenkung
Miriam AlbrechtBundestag beschließt 1.000-Euro-Entlastungsbonus für Arbeitnehmer und Spritsteuersenkung
Der Deutsche Bundestag hat einen neuen steuerfreien Entlastungsbonus für Beschäftigte in Höhe von bis zu 1.000 Euro beschlossen. Die Maßnahme ist Teil umfassender Bemühungen, die finanzielle Belastung durch die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen zu mildern. Arbeitgeber können den Bonus bis Mitte 2027 freiwillig auszahlen.
Der Bonus knüpft an frühere Hilfsprogramme an, die während der Coronavirus-Pandemie und der Energiekrise eingeführt wurden. Diesmal begründen die Abgeordneten die Maßnahme mit der wirtschaftlichen Instabilität infolge des Krieges im Iran. Die Regierung schätzt die Kosten auf bis zu 2,8 Milliarden Euro; die Mindereinnahmen sollen teilweise durch höhere Tabaksteuern ausgeglichen werden.
Ein weiterer, zur Verabschiedung anstehender Vorschlag sieht eine Senkung der Spritsteuer um 16,7 Cent pro Liter vom 1. Mai bis zum 30. Juni vor. Allein diese Ermäßigung würde die Staatseinnahmen um zusätzliche 1,6 Milliarden Euro schmälern. Kritiker – darunter Oppositionsparteien und Umweltschutzorganisationen – werfen der Regierung vor, mit der Steuersenkung Klimaziele zu untergraben.
Stefan Nacke, Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion, hat sich gegen die Abhängigkeit der Regierung von kurzfristigen Lösungen ausgesprochen. Solche Maßnahmen gingen an den grundlegenden wirtschaftlichen Problemen von Beschäftigten und Unternehmen vorbei, so Nacke.
Der steuerfreie Bonus bleibt für Arbeitgeber freiwillig; sie haben bis zum 30. Juni 2027 Zeit, die Zahlungen zu leisten. Die geplante Spritsteuersenkung würde – sofern beschlossen – für zwei Monate ab Mai gelten. Beide Maßnahmen zielen auf eine sofortige Entlastung ab, stehen jedoch wegen ihrer langfristigen Auswirkungen in der Kritik.






