Brandenburgs Schulen kämpfen mit Lehrkräftemangel – wer trägt die Verantwortung?
Miriam AlbrechtBrandenburgs Schulen kämpfen mit Lehrkräftemangel – wer trägt die Verantwortung?
Brandenburgs Bildungssystem leidet unter massivem Lehrkräftemangel – der neue Minister macht vergangene Entscheidungen verantwortlich
Gordon Hoffmann (CDU) wirft der Vorgängerregierung aus SPD und Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) die Schuld für die Krise zu. Der Streit entzündet sich erneut an der langjährigen Bildungspolitik des Landes. Hoffmann, der das Bildungsressort nach drei Jahrzehnten SPD-Führung übernommen hat, macht vor allem die Haushaltskürzungen für 2025 verantwortlich. Damals wurden 345 Vollzeitstellen für Lehrkräfte gestrichen, was die Personalknappheit weiter verschärfte. Seit dem zweiten Halbjahr des aktuellen Schuljahres müssen die meisten Lehrerinnen und Lehrer zudem eine zusätzliche Stunde pro Woche unterrichten.
Friederike Benda, Landesvorsitzende der BSW, wies Hoffmanns Vorwürfe als "lächerlich" zurück. Stattdessen führte sie die Probleme auf 30 Jahre falscher Weichenstellungen von CDU und SPD zurück. Besonders kritisierte sie die früheren SPD-Bildungsminister Steffen Freiberg und Robert Crumbach – letzterer war zum Zeitpunkt der Kürzungen noch BSW-Mitglied.
Die BSW, einst Koalitionspartner der SPD, distanziert sich mittlerweile von deren Bildungspolitik. Benda räumte ein, dass die Unterstützung der SPD-Maßnahmen durch ihre Partei ein Fehler gewesen sei. Der Kurswechsel unterstreicht die wachsenden Gräben bei der Frage, wie Brandenburgs anhaltende Bildungsprobleme zu lösen sind.
Der Konflikt lässt den Lehrkräftemangel im Land weiter ungelöst. Während Hoffmann die jüngsten Haushaltsentscheidungen anprangert, sieht Benda die Ursachen in tiefer liegenden strukturellen Versäumnissen. Unterdessen arbeiten die Schulen weiter unter erhöhtem Druck – eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.






