Brandenburg beschleunigt Professur-Besetzungen mit neuem Hochschulgesetz
Paul MüllerBrandenburg beschleunigt Professur-Besetzungen mit neuem Hochschulgesetz
Brandenburg reformiert sein Hochschulsystem mit neuem Gesetz für schnellere Professur-Besetzungen
Mit einem neuen Gesetz will Brandenburg sein Hochschulsystem grundlegend modernisieren, um die Besetzung von Professuren zu beschleunigen. Die Reformen vereinfachen zudem die Studierendenzulassung und geben den Universitäten dauerhaft die Kontrolle über Personalentscheidungen. Ziel ist es, das Hasso-Plattner-Institut (HPI) zur führenden europäischen Einrichtung für digitale Wissenschaften auszubauen und gleichzeitig die Effizienz im gesamten System zu steigern.
Das Kabinett des Landes hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der bürokratische Verzögerungen bei der Besetzung von Professuren abbauen soll. Bisher dauert die Einstellung eines Professors oder einer Professorin zwischen 12 und 24 Monate. Künftig soll dieser Prozess auf nur noch 6 bis 12 Monate verkürzt werden. Zudem behalten die Hochschulen künftig die volle Entscheidungshoheit über Beförderungen und Berufungen – externe Genehmigungen entfallen damit.
Die Reformen stehen im Einklang mit einer Vereinbarung aus dem Jahr 2025 zwischen der Landesregierung, der Universität Potsdam und der Hasso-Plattner-Stiftung. Im Rahmen dieser Partnerschaft wird Hasso Plattner über seine Stiftung den Bau eines neuen Campus in Potsdam finanzieren. Die Erweiterung soll dazu beitragen, das HPI als Spitzenstandort für digitale Wissenschaften in Europa zu etablieren.
Matthias Barth, Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, begrüßte die Änderungen. Er bezeichnete sie als "wichtigen Schritt hin zu mehr Autonomie der Hochschulen und einem stärkeren Wettbewerb um die besten wissenschaftlichen Talente". Das Gesetz setzt zudem auf exzellenzbasierte Berufungen, was es den Einrichtungen erleichtern soll, führende Forscherinnen und Forscher zu gewinnen.
Das neue Gesetz wird nicht nur die Besetzung von Professuren beschleunigen, sondern auch den Verwaltungsaufwand für Studierende verringern. Die brandenburgischen Hochschulen können künftig Beförderungen und Einstellungen eigenständig regeln. Sollten sich die Reformen bewähren, könnten sie bundesweit als Vorbild für schnellere und flexiblere akademische Personalpolitik dienen.






