25 April 2026, 22:09

Bosch-Chef Hartung verteidigt deutsche Arbeitsmoral und fordert Reformen statt Kritik

Ein detaillierter alter Stadtplan von Hohensberg, Deutschland, in einem offenen Buch gezeigt, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit begleitendem Text zeigt.

Bosch-Chef Hartung verteidigt deutsche Arbeitsmoral und fordert Reformen statt Kritik

Bosch-Chef Stefan Hartung verteidigt deutsche Arbeitsmoral gegen Vorwürfe mangelnder Leistungsbereitschaft

Bosch-Vorstandsvorsitzender Stefan Hartung hat sich gegen die Kritik gewandt, Deutsche würden zu wenig arbeiten. Das eigentliche Problem liege nicht in der Motivation der Beschäftigten, sondern in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, argumentierte er.

Gleichzeitig forderte Hartung bessere Anreize, um längere Arbeitszeiten zu fördern – selbst kleine Steigerungen könnten seiner Meinung nach einen Unterschied machen. In der Debatte betonte er, dass Arbeit sich lohnen müsse: "Wenn die Menschen den Nutzen erkennen, werden sie sich auch anstrengen", sagte er. Kritik an deutschen Arbeitnehmern wies er zurück und erklärte, diese sei unbegründet.

Als zentralen Faktor für die sinkende Motivation nannte Hartung die hohe Steuerlast. "Vieles ist nicht so einfach, wie es klingt", gab er zu bedenken. Stattdessen plädierte er für eine nüchterne Analyse der wirtschaftlichen Realitäten, wobei private Investitionen als entscheidender Maßstab gelten müssten.

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Um die Produktivität zu steigern, schlug Hartung Anreize für alle Einkommensgruppen vor. Schon "eine zusätzliche Stunde pro Woche" könnte helfen, so der Manager. Darüber hinaus forderte er Verbesserungen bei der Infrastruktur, im Bildungssystem und weniger Bürokratie für Unternehmen.

Zur politischen Führung äußerte sich Hartung positiv über Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU): "Es ist erfrischend, eine Ministerin mit echter Wirtschaftserfahrung zu haben", sagte er. Skeptisch zeigte er sich hingegen gegenüber der Ankündigung der Regierung, einen "Reformfrühling" einzuleiten. Echte Veränderungen brauchten deutlich mehr Zeit als eine einzige Saison, so seine Einschätzung.

Hartungs Aussagen unterstreichen den Bedarf an strukturellen Reformen statt an Vorwürfen gegenüber den Arbeitnehmern. Er setzt sich für Steuersenkungen, bessere Infrastruktur und stärkere Anreize ein, um die Arbeitszeit zu erhöhen. Seine Unterstützung für Reiche deutet auf Vertrauen in ihren Kurs hin – doch von schnellen Lösungen in der Wirtschaftspolitik hält er wenig.

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