Betrugsfall im Engadin: Freie Kuratorin wegen Hochstapelei verurteilt
Ida SchmitzBetrugsfall im Engadin: Freie Kuratorin wegen Hochstapelei verurteilt
Eine freie Autorin und Kuratorin aus dem Engadin
C.G. war zwischen 2020 und 2022 Mitglied der Kulturkommission von St. Moritz. Sie entwarf zudem die Giacometti-Sonderbriefmarke für die Schweizerische Post, doch die Organisation präzisierte später, dass externe Gestalter von Briefmarken keine Vergütung erhalten. Trotz ihrer Beteiligung gab niemand aus dem Projekt an, sie beauftragt oder bezahlt zu haben.
Das Obergericht des Engadins und das Schweizerische Bundesgericht verurteilten sie wegen Betrugs. Sie erhielt eine 24-monatige Haftstrafe, von der sie ein Jahr im Gefängnis verbüßen muss, sowie ein fünfjähriges Einreiseverbot in die Schweiz. Christian Jott Jenny, Präsident des Gemeinderats von St. Moritz, verglich sie mit einer "weiblichen Version von Felix Krull", einer fiktiven Hochstaplerin.
Die Hauszeitschrift der Schweizerischen Post, Die Lupe, stellte einst angebliche zukünftige Projekte von C.G. vor. Die verlinkte Website mit weiteren Details ist jedoch bis heute leer. Ihr Anwalt wies alle Vorwürfe entschieden zurück, während sie weiterhin als freie Autorin und Ausstellungsorganisatorin im Engadin tätig ist.
Es gibt keine Belege für einen offiziellen Vertrag oder eine Bezahlung für ihre Arbeit an der Briefmarkengestaltung. Die Schweizerische Post betonte erneut, dass externe Mitwirkende für solche Beiträge nie finanziell entschädigt werden.
Das Urteil bedeutet, dass C.G. eine Gefängnisstrafe antreten und für fünf Jahre mit einer Ausweisung rechnen muss. Der Fall wirft Fragen zur Kontrolle bei kulturellen und postalischen Projekten auf. Sowohl lokale Behörden als auch die Schweizerische Post distanzierten sich von jeglichen finanziellen Verbindungen zu ihrer Arbeit.






