Berliner Philharmoniker vor Milliarden-Sanierung – doch wo spielen sie währenddessen?
Paul MüllerBerliner Philharmoniker vor Milliarden-Sanierung – doch wo spielen sie währenddessen?
Die Berliner Philharmoniker stehen vor einer umfassenden Sanierung, die 2032 – direkt nach dem 150-jährigen Jubiläum des Orchesters – beginnen soll. Das Projekt umfasst eine technische Komplettmodernisierung, verbesserten Brandschutz sowie die Erneuerung der Backstage-Infrastruktur. Angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt wird jedoch über den Nutzen der Maßnahme diskutiert.
Die Planungen für die Sanierung nehmen bereits konkrete Formen an. Während der Bauarbeiten muss das Orchester ausweichen – als mögliche Interimsstandorte gelten das Internationale Congress Centrum (ICC) und der historische Flughafen Tempelhof. Eine Machbarkeitsstudie spricht sich für Tempelhof als bevorzugte Lösung aus und veranschlagt für einen achtjährigen Aufenthalt Kosten in Höhe von 1,15 Milliarden Euro. Die Spielstätte müsste rund 2.300 Zuschauer fassen können.
Intendantin Andrea Zietzschmann äußert sich kritisch zum ICC. Sie verweist auf akustische Mängel und notwendige Sanierungsarbeiten als zentrale Nachteile. Ihre eigene Zukunft beim Orchester über das Jahr 2028 hinaus bleibt trotz ihrer allgemein anerkannten Führung ungewiss.
Die endgültige Entscheidung über Sanierung und Interimsstandort könnte bei der neuen Regierung liegen. Politische Verantwortungsträger und Bürger müssen weiterhin die Vorteile des Projekts gegen die finanziellen Spielräume Berlins abwägen.
Mit dem Baubeginn 2032 startet für die Berliner Philharmoniker ein bedeutendes Kapitel. Doch sowohl die Wahl des provisorischen Spielorts als auch die Debatte um die Finanzierung sind noch offen. Die Weichenstellungen werden die nächsten zehn Jahre des Orchesters prägen – von der Führungsebene bis zu den Aufführungsbedingungen.
