07 May 2026, 08:07

Berlin bewirbt sich für Olympia 2036 – doch die Finanzpläne wackeln

Buchumschlag mit dem Titel 'Sporting Europe', der lebendige Olympia-Symbole aus Europa zeigt.

Berlin bewirbt sich für Olympia 2036 – doch die Finanzpläne wackeln

Der Berliner Senat hat eine Bewerbung zur Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 eingereicht. Der Vorschlag enthält ein detailliertes Finanzierungskonzept, steht aber bereits wegen seiner wirtschaftlichen Annahmen in der Kritik.

Die Kostenaufstellung unterteilt sich in operative Ausgaben, Infrastrukturinvestitionen und öffentliche Dienstleistungen. Allerdings bleiben zentrale Posten wie Sicherheit und Verwaltung ungenannt.

Laut dem Bewerbungskonzept des Senats belaufen sich die direkten Betriebskosten auf 4,82 Milliarden Euro, die durch Ticketverkäufe, Sponsorenverträge und Marketingeinnahmen gedeckt werden sollen. Weitere 1,59 Milliarden Euro sind für Infrastrukturprojekte vorgesehen, darunter 500 Millionen Euro für den Verkehr und 227 Millionen Euro für Wettkampfstätten.

Markus Schütte, Professor an der Universität Mainz, zweifelt jedoch die Realistik des Haushalts an. Er wirft den Organisatoren vor, auf übertrieben optimistische Prognosen statt auf vorsichtige Finanzplanung zu setzen. Seine Bedenken unterstreichen die Kluft zwischen den im Bewerbungsdokument genannten Zahlen und den tatsächlichen Kosten früherer Spiele.

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Zum Vergleich: Allein die Sicherheitskosten für Paris 2024 beliefen sich laut französischem Rechnungshof auf 1,4 Milliarden Euro. Berlins Bewerbung hingegen enthält keine konkreten Angaben zu öffentlichen Dienstleistungen wie Sicherheit oder Verwaltungsausgaben.

Der Senatsvorschlag bringt Berlin zwar einen Schritt näher an eine mögliche Olympiabewerbung, doch bleiben finanzielle Unsicherheiten bestehen. Ohne klare Zahlen zu Sicherheit und Verwaltung argumentieren Kritiker, dass die Planung die wahren Kosten unterschätzen könnte. Die endgültige Entscheidung hängt von einer weiteren Prüfung der Haushaltsrealisierbarkeit ab.

Quelle