19 April 2026, 16:09

Belgischer Radiosender zerstört Marienstatuen live – und löst Empörung aus

Plakat für die Radiosendung "Die Stimme der liberalen Muslime", das Bilder von Menschen mit Headsets und Mikrofonen in einem Gespräch zeigt.

Belgischer Radiosender zerstört Marienstatuen live – und löst Empörung aus

Eine Livesendung beim belgischen Radiosender Studio Brussel hat für Aufsehen gesorgt, nachdem Moderatoren Statuen der Jungfrau Maria und von Jesus zerstört hatten. Der Vorfall ereignete sich während einer Aktion zum "Blue Monday", die Zuhörern helfen sollte, Frust abzubauen. Später räumten Verantwortliche ein, der Sender habe die Grenzen des Geschmacks mit der Nummer überschritten.

Die Sequenz war Teil einer unterhaltsamen Rubrik, in der Hörer aufgefordert wurden, Gegenstände zu zerstören, um Stress abzubauen. Die Moderatorin Eva De Roo und ihre Co-Moderatoren zertrümmerten die religiösen Figuren live im Studio und bezeichneten die Aktion im Nachhinein als etwas, das sich "gut angefühlt" habe. Der Programmchef von Studio Brussel, Sam De Bruyn, relativierte mögliche Verstimmung und argumentierte, die geringe Religiosität in Belgien sorge dafür, dass der Streich kaum jemanden verletzen würde.

Auf der Radiodays Europe-Konferenz in Riga, Lettland, hinterfragte der irische Journalist Colm Flynn die Moderatoren zu ihrem Vorgehen. Auf die Frage, ob sie ähnlich mit Symbolen des Islam oder Judentums verfahren würden, nannte De Bruyn dies "gefährlich", während De Roo erklärte, eine Darstellung des Propheten Mohammed zu zerstören sei "unangemessen". De Bruyn fügte hinzu, er würde in einem anderen Land vorsichtiger agieren, sehe in Belgien jedoch kein Problem.

Die Medienministerin Cieltje Van Achter kritisierte das Interview als "schmerzhaft", verteidigte jedoch das Recht, alle Religionen zu karikieren. Unterdessen gab die VRT-Sprecherin Yasmine Van der Borght zu, dass die Aktion ein Fehlgriff gewesen sei. Die Moderatoren entschuldigten sich später für die Sendung.

Die Reaktionen auf den Vorfall fallen gemischt aus: Während einige die Meinungsfreiheit betonen, hinterfragen andere die Grenzen der Satire. Studio Brussel entschuldigte sich nach einer internen Prüfung, doch die Debatte um die Sendung hält an. Bisher gab der Sender keine weiteren Konsequenzen über die öffentliche Stellungnahme der Moderatoren hinaus bekannt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle