Baukosten senken: Deutschland plant radikale Reform der Baustandards
Der Nationale Normenkontrollrat (NKR) Deutschlands hat weitreichende Änderungen an Baustandards vorgeschlagen, um die Baukosten zu senken. Die Pläne sehen vor, dass Bauträger und Bauherren auf einfachere und günstigere Ausführungen zurückgreifen können, ohne dabei die grundlegende Qualität zu gefährden. Bundesministerien haben nun einen neuen Vertragstyp vorgestellt, der die Reformen unterstützen soll.
Der NKR will die Bauvorschriften vereinfachen, indem er drei Stufen für Baustandards einführt: Basis, Mittelklasse und Premium. Nach dem Vorschlag würde automatisch der „Basisausführungsstandard“ gelten, sofern die Bauträger nicht bewusst aufwerten. Abweichungen wären nur in Richtung höherwertiger Materialien oder Verarbeitungen zulässig.
Bundesbauministerin Verena Hubertz und Justizministerin Stefanie Hubig (beide SPD) haben inzwischen Details zum „Bauvertrag Typ E“ bekannt gegeben. Diese rechtliche Vereinbarung würde es Käufern und Bauherren ermöglichen, formal auf nicht essenzielle Standards zu verzichten – und so Kosten zu sparen, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Das Justizministerium arbeitet derzeit an einem Gesetzentwurf, der in den kommenden Monaten erwartet wird.
Der NKR wird die Regierung bei der Ausgestaltung des neuen Gesetzes beraten. Ziel ist es, die Vorschriften zu entbürokratisieren und Wohnraum in Deutschlands angespanntem Immobilienmarkt bezahlbarer zu machen.
Sollten die Reformen verabschiedet werden, hätten Bauträger mehr Spielraum bei der Wahl der Bauqualität. Der Bauvertrag Typ E würde einen rechtlichen Rahmen für kostensparende Maßnahmen bieten. Die Regierung strebt an, die Gesetzgebung in naher Zukunft abzuschließen.






