Bambergs Kreistag streitet über Ehrenmedaille für umstrittenen AfD-Politiker
Paul MüllerBambergs Kreistag streitet über Ehrenmedaille für umstrittenen AfD-Politiker
Die Verleihung der Silbernen Ehrenmedaille an Michael Genniges sorgt weiterhin für Diskussionen im Bamberger Kreistag. Die Auszeichnung, die im November 2025 für sein kulturelles und soziales Engagement beschlossen wurde, steht nun auf dem Prüfstand. Besonders seine politische Zugehörigkeit zur AfD wirft Fragen auf. Der von der CSU dominierte Kreistag hatte die Medaille an Genniges für seine Verdienste um die Region verliehen. Dazu zählen die Schaffung eines Treffpunkts für Literatur- und Kulturveranstaltungen in Bamberg sowie sein Engagement als Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gegen Antisemitismus.
Doch die Mitgliedschaft von Genniges in der AfD – er war bis 2026 Fraktionsvorsitzender im Kreistag – löste eine Debatte aus. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg fordert die Aberkennung der Ehrung. Selbst Henry Schramm, das CSU-Mitglied, das die Entscheidung ursprünglich mitgetragen hatte, bereut seine Stimme und überdenkt seine Wahl.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen nun Genniges’ kulturelle und soziale Verdienste sowie seine politische Vergangenheit. Der Kreistag wird im Juli darüber abstimmen, ob die Silberne Ehrenmedaille widerrufen wird. Das Ergebnis wird zeigen, ob der Bezirk an der Auszeichnung festhält oder sie zurücknimmt. Die Abstimmung im Juli wird das Schicksal der Silbernen Ehrenmedaille von Michael Genniges endgültig klären. Die Entscheidung des Kreistags wird nicht nur seine persönliche Anerkennung, sondern auch die Haltung des Bezirks zu politischen Kontroversen und gesellschaftlichem Engagement widerspiegeln.






