Bahnstrecke Hamburg–Berlin startet mit Verspätung und höheren Kosten durch
Paul MüllerBahnstrecke Hamburg–Berlin startet mit Verspätung und höheren Kosten durch
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach einer langen Sperrung endlich wieder in Betrieb gegangen. Die Wiedereröffnung erfolgte jedoch mit sechs Wochen Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Plan – nach einer Reihe von Verzögerungen und Kostenüberschreitungen.
Die Strecke war für zehn Monate und zwei Wochen komplett gesperrt worden, um umfangreiche Modernisierungsarbeiten durchzuführen. Ursprünglich sollte sie bereits Anfang Mai wieder eröffnet werden, doch anhaltender Frost verschob den Termin auf Mitte Juni.
Während der Bauarbeiten wurden Fernzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet, was die Reisezeiten verlängerte. Regionalreisende mussten monatelang auf Schienenersatzverkehr mit Bussen ausweichen. Die Gesamtkosten des Projekts sind inzwischen auf rund 2,7 Milliarden Euro gestiegen – statt der ursprünglich veranschlagten 2,2 Milliarden. Zudem wurde ein zusätzlicher Puffer von 300 Millionen Euro vollständig aufgebraucht.
Auch technische Probleme sorgten für Schwierigkeiten: Das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) konnte nicht rechtzeitig installiert werden. Nach der Wiedereröffnung fielen Aufzüge aus, und Züge fuhren nicht wie vorgesehen.
Die verlängerte Sperrung und die steigenden Kosten haben Kritik an dem groß angelegten Sanierungskonzept laut werden lassen. Nun müssen Fahrgäste und Betreiber die Folgen der Verzögerungen und technischen Pannen tragen.
