Baden-Württembergs Landtag wächst auf Rekordgröße nach Wahlrechtsreform
Ida SchmitzWarum der Landtag so groß wie nie zuvor ist - Baden-Württembergs Landtag wächst auf Rekordgröße nach Wahlrechtsreform
Baden-Württembergs jüngste Wahl führt zum größten Landtag der Geschichte des Bundeslandes
Mit 157 Abgeordneten ist das neue Parlament deutlich größer als je zuvor. Die Aufstockung geht auf eine umstrittene Wahlrechtsreform zurück, die 2021 ein Zweistimmensystem einführte.
Die Vergrößerung des Landtags ist eine direkte Folge des neuen Systems, das Überhang- und Ausgleichsmandate schuf. Die CDU erhielt 14 Überhangmandate, die Grünen 13 zusätzliche Sitze. Die AfD sicherte sich 8 Extra-Mandate, die SPD erhielt 2 Ausgleichsmandate.
Kritiker hatten bereits vor der Wahl vor einem "Mega-Parlament" gewarnt. Die FDP startete sogar eine Bürgerinitiative und argumentierte, die Reform führe zu überhöhten Kosten und einem unhandlichen Landtag. Einige befürchteten, die Abgeordnetenzahl könnte auf bis zu 200 anwachsen – am Ende wurden es 157.
Eines der Hauptziele der Reform war es, den Frauenanteil im Parlament zu erhöhen. Bisher liegen jedoch keine konkreten Zahlen vor, wie viele Frauen oder Männer über das neue System Einzug gehalten haben. In der Sitzverteilung führen nun die Grünen und die CDU mit jeweils 56 Mandaten, gefolgt von der AfD mit 35 und der SPD mit 10 Sitzen.
Der neue Landtag ist damit der größte in der Geschichte Baden-Württembergs. Das Zweistimmensystem hat seine Größe und Zusammensetzung grundlegend verändert – doch Bedenken hinsichtlich Effizienz und Kosten bleiben. Ob die Reform ihr Ziel einer besseren Geschlechtergerechtigkeit erreicht hat, steht noch aus.