04 March 2026, 19:47

Baden-Württemberg kämpft gegen EU-Bürokratie für seine Medizintechnik-Branche

Eine Person in blauen Handschuhen arbeitet an einem medizinischen Gerät auf einem Tisch, der mit verschiedenen Gegenständen überhäufte ist, mit Papieren an der Wand im Hintergrund, was eine Krankenhaus\-Atmosphäre vermuten lässt.

Baden-Württemberg kämpft gegen EU-Bürokratie für seine Medizintechnik-Branche

Europa treibt Reformen voran, um die Belastung durch EU-Medizinprodukteverordnungen für die Branche in Baden-Württemberg zu verringern

Auf der regularia-Konferenz in Tuttlingen hat das Land Reformen gefordert, um die Last der EU-Vorschriften für Medizinprodukte für seine blühende Industrie zu erleichtern. Vertreter wiesen auf die Herausforderungen hin, die die Medizinprodukteverordnung (MDR) und die In-vitro-Diagnostika-Verordnung (IVDR) mit sich bringen. Die Region, ein führender Standort für Medizintechnik in Europa, beschäftigt über 54.000 Menschen und erwirtschaftet jährlich eine Bruttowertschöpfung von 4,5 Milliarden Euro.

Die regularia brachte Branchenführer und Entscheidungsträger zusammen, um regulatorische Hürden zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen die MDR, internationale Zulassungen, das KI-Gesetz, Materialstandards und Nachhaltigkeit. Michael Kleiner, Ministerialdirektor im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, betonte die Notwendigkeit von Reformen, um Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Patientensicherheit zu stärken.

Baden-Württemberg hatte bereits 2021 Vorschläge zur Verbesserung von MDR und IVDR an die Europäische Kommission übermittelt. Diese Anregungen flossen später in einen Reformvorschlag ein, den die Kommission am 16. Dezember 2025 verabschiedete. Kleiner dankte EU-Kommissar Olivér Várhelyi für die konstruktive Zusammenarbeit und würdigte Julia Steckeler, Geschäftsführerin von Medical Mountains, für ihre Vermittlung zwischen Unternehmen und Behörden.

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Seit ihrer Einführung 2017 stellen MDR und IVDR Unternehmen vor erhebliche Probleme. Zwar liegen keine genauen Zahlen zu Produktrückzügen oder Standortverlagerungen in Baden-Baden vor, doch riefen die Verantwortlichen dazu auf, sich an lokale Institutionen wie die Industrie- und Handelskammer (IHK), den Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu wenden, um die Auswirkungen detailliert zu bewerten.

Ziel der Reformen ist es, den regulatorischen Druck zu verringern, ohne die hohen Sicherheitsstandards zu senken. Durch sein proaktives Engagement hat Baden-Württemberg die EU-Politik mitgeprägt und sichert so die Wettbewerbsfähigkeit seiner Medizintechnikbranche. Die Behörden beobachten die Entwicklung weiterhin, während die neuen Regeln in Kraft treten.