03 February 2026, 12:08

Baden-Württemberg erlaubt Wolfsjagd – doch löst das die Konflikte mit Nutztierhaltern?

Ein Plakat mit verschiedenen Tieren, darunter ein Biber, und begleitendem Text, der Informationen über die Tiere bereitstellt.

Forscher bestätigen: Weniger Jagen kann mehr schützen - Baden-Württemberg erlaubt Wolfsjagd – doch löst das die Konflikte mit Nutztierhaltern?

Baden-Württemberg hat Wölfe in sein Jagdgesetz aufgenommen und damit eine Debatte über den Umgang mit Wildtieren ausgelöst. Landwirtschaftsminister Peter Hauk setzte die Änderung Ende Dezember per Erlass durch. Die Entscheidung folgt auf einen Anstieg der Wolfspopulation: 2023 wurden offiziell 24 Tiere gezählt – im Vorjahr waren es etwa 20.

Seit dem ersten nachgewiesenen Wolfsrudel im Jahr 2017 wächst der Bestand stetig. Doch der Schritt stößt auf Kritik: Fachleute warnen, dass eine Bejagung Übergriffe auf Nutztiere eher verschlimmern als verringern könnte.

Die Wolfspopulation im Land ist von einigen wenigen Tieren 2017 auf mehrere Rudel angewachsen. Die offiziellen Zahlen zeigen 24 Wölfe für 2023, verglichen mit rund 20 im Jahr 2022. Trotz dieses Wachstums argumentieren Wissenschaftler, dass das Töten von Wölfen langfristig selten zu einer Verringerung der Bestände führt. Verbleibende Tiere besetzen die frei gewordenen Reviere schnell, und Angriffe auf Nutztiere könnten sogar zunehmen.

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Andere Methoden wie Zäune oder Herdenschutzhunde haben sich als weitaus wirksamer erwiesen, um Höfe zu schützen. Zudem spielen Wölfe eine wichtige Rolle in der Natur, indem sie Reh- und Rotwildbestände regulieren. Das fördert die Verjüngung der Wälder und macht sie widerstandsfähiger gegen den Klimawandel.

Die Diskussion beschränkt sich nicht auf Wölfe. Die Grünen lehnen es ab, auch Biber und Saatkrähen ins Jagdrecht aufzunehmen, und warnen vor möglichen Gegenwirkungen. Biber etwa tragen zur Renaturierung von Flüssen und Feuchtgebieten bei. Für diese Arten gelten gezielte Lösungen – wie Biber-Managementsysteme oder Schutzverordnungen – als sinnvoller. Eine Aufnahme ins Jagdrecht würde zudem unnötige Bürokratie für notwendige Eingriffe schaffen.

Baden-Württemberg bleibt gespalten, wie mit geschützten Tieren umgegangen werden soll. Während einige für strengere Kontrollen plädieren, setzen andere auf nicht-tödliche Alternativen, um Konflikte zwischen Wildtieren und Menschen zu lösen.

Die neuen Jagdregeln umfassen nun auch Wölfe, doch die grundsätzliche Debatte über das Wildtiermanagement geht weiter. Experten betonen, dass Bejagung allein Probleme selten löst und sie mitunter sogar verschärft. Angesichts weiter steigender Wolfszahlen steht das Land vor der anhaltenden Herausforderung, Artenschutz mit den Interessen von Landwirten und Grundbesitzern in Einklang zu bringen.